J. Ueber die Zustände in den Kohlenbergwerken. 709
Zu Seite 680, Anmerkung 6.
Ueber die Zustände in den Kohlenbergwerken.
Auszug aus dem Children’s Employment Commission’s Report I, 1842,
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Es giebt Fälle, dass Kinder schon mit vier Jahren, manchmal mit
inf, fünf bis sechs, sechs bis sieben, sieben bis acht Jahren in die-
sen Bergwerken zu arbeiten anfangen; das gewöhnliche Alter zum
Arbeitsanfang ist aber das achte bis neunte Lebensjahr. .
Ein grosser Theil der in diesen Bergwerken arbeitenden Leute ist
noch nicht dreizehn Jahre alt; ein noch grösserer Theil steht zwischen
lem dreizehnten bis achtzehnten Lebensjahre.
In vielen Districten fangen die Mädchen ebenso früh an zu arbeiten
wie die Knaben.
Die grosse Masse der in diesen Bergwerken arbeitenden Kinder stammt
aus den Familien der Grubenarbeiter oder gehört der ärmsten Bevöl-
zerung der Umgegend an, und wird in einigen Districten von den Ar-
beitsleuten, in anderen von den Besitzern und Unternehmern gedun-
zen und gelöhnt.
[In vielen Fällen ist durch die Vereinigung von Geschicklichkeit und
Japital vieles geschehen und oft mit dem grössten Erfolg um die
Arbeitsstätten in den Bergwerken unschädlich, gesund und sicher zu
machen; doch scheint es noch nicht möglich zu sein,{durch bis jetzt
bekannte Mittel die Gruben vollständig gegen schädliche Einflüsse
sicher zu stellen; in vielen Fällen ist der Zustand derselben in Bezug
zuf Lüftung und Lösung der Wasser noch in beklagenswerthem Maasse
anbefriedigend.
Die Natur der Beschäftigung, welche den jüngsten Kindern obliegt,
”Thürhüten in den Strecken), bedingt, dass dieselben in die Grube
kommen, sobald die Arbeit beginnt und dieselbe erst verlassen, wenn
Feierabend gemacht wird,
Diese Beschäftigung, welche kaum Arbeit genannt werden kann, würde,
1a die Kinder dabei gewöhnlich im Dunklen und ganz allein sind,
der schlimmsten Einzelhaft gleichkommen, wenn nicht die Kohlen-
karren von Zeit zu Zeit hin und wieder führen.
In den Distrieten, in welchen die Kohlenflöze so mächtig sind, dass Pferde
in den Werken verwendet werden, oder in welchen die Nebengänge
von den Werken zu den Fahrwegen nicht sehr lang sind, wird die
Lage dieser Kinder durch das aus den Hauptgängen hereinfallende
Licht verhältnissmässig weniger traurig, langweilig und betäubend; in
anderen Districeten aber sind sie, solange sie in der Grube sein müs-
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