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Belegstellen.
grossen Städten zum starken Trinken gezwungen sind. Je schlechter die
Ventilation des Arbeitsortes ist, desto schlechter sind auch die Gewohn-
heiten der arbeitenden Classen.
Waren die Zustände allgemein so wie in dem einen von Ihnen be-
achriebenen Geschäft und ist darin keine Aenderung eingetreten?
Nein. Nur seitdem Kaffee billiger geworden ist, ist etwas mehr
Kaffee als Bier genossen worden, aber Gin wurde eben so viel, wenn nicht
mehr als früher, vertilgt.
Was würde die Folge einer besseren Ventilation der Arbeitsräume
Die Gewohnheiten würden sich sofort bessern, die Leute würden
yanz entschieden sich weniger dem Trunke ergeben.
Welches ist die gewöhnliche Wirkung dieses Standes der Dinge auf
lie Gesundheit der Arbeiter?
Eine grosse Zahl derselben stirbt an Auszehrung. Ein frühes Hin-
siechen ist das allgemeine Leiden, so dass ein Mann von fünfzig Jah-
ren abgenutzt und nicht mehr im Stande ist, volle Tagesarbeit zu ver-
richten. —
Welches war das Durchschnittsalter der Leute, die mit Euch in he-
sagten Plätzen gearbeitet haben?
Ungefähr zweiunddreissig.
Waren viele von fünfzig Jahren unter den Arbeitern?
Sehr wenige; vielleicht zehn von hundert.
Was wird, da sie keine Ersparnisse gemacht haben, aus ihren Kin-
dern und Frauen, wenn sie sterben? ;
In keiner Weise ist für sie gesorgt; wenn sie nicht für sich selbst
sorgen können, so müssen sie dem Kirchspiel zur Last fallen.
Sind Gin und Bier die einzigen Reizmittel, welche in Folge des
Mangels jeder Ventilation und des überfüllten Arbeitsraumes angewandt
werden? —-
Nein, Schnupftabak wird sehr häufig gebraucht, da die Leute glau-
ben, dass derselbe sehr wohlthuend auf die Augen wirke. Wenn man aus
der frischen Luft in solche Werkstätten eintritt, ist das erste Gefühl das
Einen übermannt, Schläfrigkeit, dann eine Art Jucken an den Augen und
eine Trübung des Sehens. Viele Leute mit den schärfsten Augen pflegen
bald über diese Schwäche und Trübung zu klagen; die Augen Aller sind
angegriffen. Rauchen in der Werkstätte ist nicht gestattet, obgleich es
oft versucht wird, und die Schneidergesellen der grossen Geschäfte sind
gewöhnlich grosse Raucher in dem Wirthshaus.“
zein ?
Seite 109: Dr. Mitchell’giebt folgende Beschreibung der Schlafräume
der arbeitenden Bevölkerung in Durham und Northumberland:
„Viele der Bergleute. inel. junge Personen und Knaben, pflegen drei