Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

L, Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung. 725 
Meilen und mehr von ihren Häusern des Morgens zu gehen, um in den 
Gruben zu arbeiten oder das Erz zu waschen. Spät Abends kehren sie zu 
ihren Wohnungen zurück. Solche Bergleute, die zu weit wohnen, um 
diesen Weg zu machen, finden Wohnungen für vier Nächte in der Woche 
and die Erzreiniger für fünf Nächte nicht weit von den Bergwerken. Jeder 
zahlt gewöhnlich sechs pence die Woche. Dafür erhalten je zwei ein 
Bett und die Erlaubniss, ihre Hafermehlsuppe des Morgens an dem Feuer 
zu kochen. Des Abends werden Kartoffeln für sie gekocht. Sie bringen 
die nöthigen Nahrungsmittel in einem Quersack Montag Morgens mit. Die 
Bergleute gehen Freitags zurück, die Erzwascher Samstags. Aber es giebt 
viele Bergwerke, ganz abgelegen in den „Fells‘“, weit weg von allen Woh- 
nungen. In solchen Gegenden haben die Besitzer der Bergwerke soge- 
nannte Wohnschuppen („lodging shops“) errichtet, die nun beschrieben 
werden sollen, 
Das erste dieser Logirhäuser, das ich besuchte, war ungefähr neun 
Meilen jenseits eines felsigen Hügels südlich von Stanhope. Es war ein 
einfaches Gebäude aus Sandstein, mit Schiefer bedeckt, sehr massiv. Nir- 
gends war ein Fenster oder "Thür oder Oeffnung mit Ausnahme an der 
Frontseite, wo sich eine Thür und zwei übereinander angebrachte Fen- 
ster befanden. In dem unteren Theile des Hauses war ein Zimmer, das 
durch eines der Fenster erleuchtet und durch ein grosses Feuer erwärmt 
wurde, Die Länge des Zimmers betrug ungefähr achtzehn Fuss, die Breite 
angefähr fünfzehn. Der längeren Seite entlang lief ein ebenso langer Tisch, 
begleitet von einer Bank. Noch zwei andere Bänke waren in dem Zim- 
mer. Entlang der anderen Seite der Wand waren kleine Speiseschränke, 
achtundvierzig an der Zahl, in vier Reihen über einander. Sechs der 
Speiseschränke waren offen, aber die meisten der anderen sorgfältig ver- 
schlossen, da in demselben die Quersäcke mit ihren Vorräthen auf fünf 
Tage aufbewahrt waren. Im ganzen Zimmer waren an Nägeln Hosen und 
Röcke aufgehängt, um dieselben anzuziehen, wenn die Arbeiter nass von 
ihrem Tagewerk zurückkehrten. Ausser diesen Gegenständen befanden 
sich in dem Zimmer: ein irdener Wasserkrug, ein Theekessel, ein Topf, 
um Kartoffeln zu kochen; zwei Pfannen, um Speck zu braten; ein Feuer- 
rost, ein Schürhaken, eine Schaufel, ein Besen. 
Das obere Zimmer, zu dem man mit Hülfe einer Leiter gelangte, war 
das Schlafzimmer. Hier war kein Ofen, der auch in der That nicht nö- 
Ihig war, aber auch für keine Circulation der Luft war gesorgt. Entlang 
der einen Seite des Zimmers waren drei Betten, jedes sechs Fuss lang und 
vier bis vier einhalb Fuss breit. Die drei Betten füllten die Länge des 
Zimmers aus. Auf der anderen Seite befanden sich ebenfalls drei Betten, 
ein. siebentes Bett stand zwischen diesen zwei Bettreihen, Gerade über 
diesen sieben Betten standen auf Pfosten sieben andere Betten in dersel- 
ben Ordnung. Natürlich konnten die in den oberen Betten Schlafenden 
ihren Kopf nur ein klein wenig in die Höhe heben weren des Daches.
	        
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