Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

M. Frauen und Kinder in den Gewerben, 749
der arbeitenden Kinder so gut wie nicht vorhanden sein, weil dieselben
 schon so früh zur Arbeit angestellt werden,
16. Viele Kinder und jungen Leute besuchen keine Tagesschule, ehe sie
anfangen zu arbeiten. Diejenigen selbst,.die für eine kurze Zeit diese
Schule besuchen, müssen sie meistens schon im Alter von fünf, sechs
sieben oder acht Jahren wieder verlassen, weil sie auf Arbeit geschickt
werden; sehr selten kommt es vor, dass sie nach einmal begonnener
regelmässiger Arbeit noch eine Abendschule7aufsuchen. .
17. Die Bildung der in Gewerben und Manufacturen beschäftigten Kinder
wird so sehr vernachlässigt, dass in mehreren Districten kaum mehr
als die Hälfte aller arbeitenden Kinder in Wochen- oder Sonntagsschulen
geschickt werden; in anderen zeigte es sich bei einem Examen, dass
zwei Drittel nicht lesen konnten; und in einem District erhielt die
grosse Mehrzahl gar keinen Unterricht.
18. In allen Districeten gehen viele Kinder und junge Leute, ob sie in
Kohlen- oder Eisenbergwerken oder in Handel und Gewerbe thätig
sind, nie zur Schule und Einige haben überhaupt nie eine Schule besucht.

19. Es ist durchschnittlich der Fall, dass die Kinder, die in keine Schule
gehen, auch keinen Gottesdienst besuchen.
20. Diejenigen Kinder, welche in Kohlen- und Eisenbergwerken arbeiten,
sind gewöhnlich von den Anstrengungen ihres Tagewerkes zu erschöpft,
 um noch mit dem geringsten Nutzen Abends eine Schule besuchen
 zu können; in den verschiedenen Fällen, wo man in England
versucht hat die Kinder daran zu gewöhnen und wo Abendschulen errichtet
 worden sind, war es nicht möglich, die in Kohlen- und Eisengruben
 beschäftigten Kinder zum Besuch derselben zu bringen; in
den das Unterrichtswesen betreffenden Berichten, die wir von Schottland
 erhalten, wird auch gewöhnlich erwähnt, dass, während im Allgemeinen
 Kinder und junge Leute, die während des Tages in verschiedenen
 Gewerben arbeiten, die Abendschulen zu besuchen pflegen, die
Kinder der Bergleute niemals dahin kommen.
Selbst in den wirklich existirenden und mit entsprechenden Mitteln
versehenen Schulen haben die Lehrer, mit wenigen überraschenden
Ausnahmen, nicht im geringsten die für ihr Amt erforderlichen Fähigkeiten,
 da sie gewöhnlich selbst während zu kurzer Zeit unterricht
und ausgebildet worden sind, um sich viele Kenntnisse anzueigne
oder um sich mit einer richtigen Lehrmethode vertraut zu machen.
99, Fast immer hängt von den Sonntagsschulen allein, nach einmal begonnener
 Arbeit der Kinder und jungen Leute, die Bildung und die
sittliche und religiöse Zucht derselben ab; die Lehrer übernehmen den
Unterricht an den Sonntagsschulen‘ in höchst verdienstlicher Weise
freiwillig; doch sind ihre Leistungen stets sehr schwach und systemlos.

21.
            
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