Metadata: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Sechstes Buch. Erstes Kapitel. 
seit Kaiser Konrad II. das römische Reich deutscher Nation 
bilden. 
Mit Burgund kam König Otto zum erstenmale gelegentlich 
eines Feldzuges zu Gunsten König Ludwigs von Frankreich in 
Berührung. König Rudolf II. hatte hier im Jahre 937 
sterbend einen minderjährigen Sohn Konrad und eine Tochter 
Adelheid hinterlassen; Adelheid, die spätere Gemahlin Ottos, 
war seit jungen Jahren mit Lothar, dem Sohne König Hugos 
von Italien, verlobt. Otto bemächtigte sich im Sommer 940 
Konrads; bis zum Jahre 943 blieb der junge König am deut— 
schen Hofe, um dann in Vormundschaft und loser Obergewalt 
Dttos nach Burgund zurückzukehren. 
In Italien hatten zu Zeiten König Heinrichs J. die Herzöge 
der Schwaben und Baiern wiederholt in die ewigen Wirren 
eingegriffen. Die karlingische Universalherrschaft des 8. und 
9. Jahrhunderts hatte hier der kräftigen, von ausgeprägtem 
Nationalgefühl getragenen Entwickelung der Langobarden den 
Garaus gemacht. Mit dem Verfall des Karlingenreiches traten 
die Folgen hervor. Im Verlaufe von nicht ganz drei Ge— 
schlechtern wurden zwölf Usurpatoren Könige von Italien; vier 
von ihren waren einheimische Große, vier burgundische, drei 
deutsch-karlingische, einer ein französischer Fürst. Sie alle fast 
wurden durch Parteiungen gestürzt. Die politische Entsittlichung 
war allgemein; nicht bloß in Rom hing das Schicksal des 
Volkes von den Launen hochstehender Buhlerinnen ab. 
Seit 926 entwickelte dann König Hugo, ein Burgunder, 
in Oberitalien eine etwas stärkere Herrschaft; sofort strebte er, 
sie auf Mittelitalien und Rom zu erweitern. Schon sah er 
sich seinem Ziele durch Verheiratung mit der wollüstigen, in 
Mittelitalien mächtigen Marozia nahe, da standen die Römer 
auf und vertrieben ihn unter der Führung Alberichs, eines 
Sohnes der Marozia, und Alberich begründete in Rom eine 
eigene Herrschaft. 
Diese Mißerfolge im Süden waren auch für die längst
	        
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