Full text : Die Social-Demokratie

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VI.  Die  Revolution  der  Soc.-Dcmokratie.

von  dem  Begriff  „Revolution"  gegeben  hat.  Er  sagt  dort:
„Revolution  heißt  Umwälzung,  und  eine  Revolution  ist  so-„mit
  stets  eingetreten,  wenn,  gleichviel  ob  mit  oder  ohne  Gewalt ­
  —  auf  das  Mittel  konlmt  es  dabei  gar  nicht  an  —
„ein  ganz  neues  Princip  an  die  Stelle  des  bestehenden
„Zustandes  gesetzt  wird."  *)  Die  Geltendmachung  eines
neuen  Princips  setzt  allerdings  nicht  unter  allen  Umständen
auch  schon  den  Gebrauch  von  gewaltsamen  Mitteln  voraus.
Im  Lauf  der  Kulturentwicklung  hat  sich  schon  gar  manche
in  alle  Berhältnisie  tief  einschneidende  Umwälzung  auf  dem
friedlichsten  Wege  vollzogen.  Der  Dampf  in  Verbindung  mit
der  Erfindung  der  Maschine  hat  die  ganze  Industrie  revo
lutionirt,  von  Grund  aus  umgestaltet.  Die  ganze  Arbeit  der
Wissenschaft  mit  ihren  Erfindungen  und  Entdeckungen  führt
zu  einer  ständigen  Revolution.  Ohne  Revolution,  ohne  Durchführung ­
  neuer  Principien  gäbe  es  keinen  Fortschritt,  herrschte
ein  dem  Tode  ähnlicher  Stillstand  aus  allen  Gebieten  mensch
licher  Kultur.  Die  Social-Demokratie  darf  sich  also  eine  revo
lutionäre  Partei  neunen,  ohne  alsbald  mit  den  Strafgesetzen  um
dieses  Namens  willen  in  Konflikt  zu  gerathen.  Sie  ist  in  ihrem
innerstenGrunde  eine  revolutionärePartei,dadie  Geltendmachung
eines  neuen  Princips,  des  Princips  der  Gleichheit  auch  für
das  sociale  Leben,  ihr  ausgesprochenes  Ziel  ist.  Es  kommt
also  bei  der  Beurtheilung,  ob  eine  sträfliche  revolutionäre
Tendenz  vorliegt,  auf  die  Prüfung  der  Mittel  an,  durch
welche  dem  neuen  Princip  zum  Durchbruch  verholfen  werden ­
  soll.
Die  Social-Demokratie  versichert,  wie  schon  erwähnt,
nur  durch  friedliche  Mittel  die  neue  Organisation  der  Gesellschaft ­
  durchführen  zu  wollen.  Für  einen  friedlichen  Sieg  des
»)  F.  LassaUe,  btt  Wissenschaft  und  die  Arbeiter.  S.  41.
            
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