und ebenso der Handel weigerten sich schließlich, ihre Waren
überhaupt noch gegen Papiermark zu verkaufen. Daraus entstanden
Unruhen und blutige Zusammenstöße. Das Gespenst
allgemeiner Hungersnot drohte in den Städten.
Alle Versuche der Regierung, durch immer schärfere Devisenvorschriften
der Verschleuderung der Mark ein Ende zu setzen,
blieben ohne jede Wirkung. Nun entschloß man sich endlich dazu,
neben der wertlosen Papiermark neue wertbeständige Umlaufsmittel
auszugeben, Durch Verordnung vom 14, August wurde eine
Goldanleihe von 500 Millionen Goldmark geschaffen, deren Abschnitte
auf Dollars und Teilbeträge von Dollars lauteten und als
Zahlungsmittel in den Verkehr gebracht wurden, Die Regierung
schritt weiter am 25, August zu einer Zwangsabgabe von Devisen,
Hierauf gingen bis zum 27, Dezember 137 Millionen Goldmark ein.
Ende September 1923 hatte die Reichsbank aus ihrem Goldvorrate,
der noch am 15, April über 1000 Millionen Goldmark
betragen hatte, mehr als 550 Millionen Goldmark verloren. Davon
waren über 100 Millionen für die Einlösung der am 15. Mai und
15, Juni fälligen letzten beiden belgischen Schatzwechsel ausgegeben.
450 Millionen Goldmark in barem Gold aber hatte
die ebenso hartnäckige wie erfolglose Fortsetzung der Markstützungsaktion
verschlungen,
Um dem erschreckenden Mangel an Umlaufsmitteln zu steuern,
ließ die Regierung die Ausgabe von Notgeld nicht nur in Papiergeld,
sondern auch auf Goldbasis zu. Man schätzt die erlaubte
und unerlaubte Ausgabe von Papiernotgeld auf etwa 200 Triilionen
Mark und die Ausgabe des wertbeständigen Notgeldes auf etwa
200 Millionen Goldmark, Auch die Reichsbahn gab damals etwa
114 Trillionen Papiermark und 150 Millionen Goldmark als Eisenbahnnotgeld
aus, Endlich schufen verschiedene deutsche Länder
und preußische Provinzen Goldanleihen im Betrage von etwa
50 Millionen Goldmark, die gleichfalls als Umlaufsmittel dienten.
Die Erbitterung des Volkes über den völligen Mißerfolg der
äußeren Politik und über die Verschärfung der Zustände im
Reiche führte am 12, August den Sturz der Regierung Cuno herbei,
Ein neues Kabinett unter Stresemann sicherte sich die Mitwirkung
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