Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

160 
Elftes Buch. Drittes Kapitel. 
Schweden aber holten die Deutschen längst Kupfer und Osmund, 
Eifenerz, wie es mittelst einfacher Bearbeitung im Feuer der 
Waldschmiede gewonnen ward; und die Minen des Kupferbergs 
Atpida im südlichen stergöttland waren teilweis schon in lübi⸗ 
schem Besitze. Und jetzt eben, seit dem Jahre 1347, waren die 
Reichtümer Fahluns und seiner Umgebung bergmännischer Aus— 
beutung unterworfen worden. So waren die Beziehungen der 
Städte mit den nordischen Königreichen an sich nicht gering. 
Namentlich galt das für Schweden. Den Mittelpunkt des 
alten Schwedenreiches hatten ursprünglich die reichen Gegenden 
Uplands gebildet, deren Ackerflächen, mit bewaldeten Bergkuppen 
wechselnd, an die mittleren Weserländer erinnern: es war ein 
rein agrarisches Dasein gewesen auch dann noch, als, bereits 
in vorgeschichtlicher Zeit, das Svithiod das Gauthiod über— 
vunden und seinem Könige ein Drittel der Almende des Göta⸗ 
rikes zugesprochen hatte. Damals war Upsala die Hauptstadt 
des Reiches gewesen; es liegt mitten im Fruchtland Uplands, 
an einem Zufluß des Mälar, fern von jedem größeren, zur See 
führenden Verkehr mit dem Ausland. Aber im elften Jahr—⸗ 
hundert waren die Könige von Upsala seewärts gewandert bis 
niach Sigtuna am oberen Mälar: von hier gewannen sie schon 
leichter mit flinkem Schiffe das Meer. Doch diese erste An⸗ 
knüpfung nach außen ward ihnen zum Schaden; im Jahre 1187 
zerstörten die Esthen Sigtuna, und noch heute liegt es in 
Trümmern, ein schwedisches Wisby. Aber der Zug zum Meere 
konnte bei steigender Kultur nicht mehr unterdrückt werden; 
hald ward weiter seewärts im Mälar Stockholm gegründet. 
Hier aber hielten seit etwa Mitte des 13. Jahrhunderts, als 
der Handel anfing bedeutender zu werden, die Deutschen ihren 
Einzug; nicht gewaltsam, wie einst die Esthen, in friedlicher 
Eroberung vielmehr nahmen sie die Hauptstadt des Landes in 
Beschlag; deutsch ward der Rat der Stadt bis tief hinein ins 
15. Jahrhundert, und noch heute erinnert in der Altstadt 
Stockholms eine der größeren Straßen, Tyska brinken, mit 
ihrer deutschen Kirche an die einstige Höhe der Stellung 
unseres Volkes.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.