168 Elftes Buch. Drittes Kapitel.
Verbindung seiner städtischen und seiner fürstlichen Gegner
trat jetzt ein, da die dänische Oberherrschaft allen zugleich
drohte; ihren formellen Ausdruck fand sie in einem Vertrage
vom 2. Februar 1868: nach ihm sollten Heere der Fürsten und
Flotten der Städte zugleich gegen Dänemark und Norwegen
auf dem Kriegsplan erscheinen.
Und so geschah es. Vergebens suchte Waldemar die
Fürsten dadurch von dem Bunde abzubringen, daß er selbst
nach Deutschland ging und ihnen hinter ihrem Rücken im Herzog
Magnus von Braunschweig-Lüneburg, im Markgrafen Otto
von Brandenburg wie in andren Fürsten Gegner erweckte: die
Landesherren der Ostseeküste wußten sich gegen sie tapfer zu
verteidigen und gingen gleichwohl gegen Dänemark vor: nicht
lange und ganz Jütland namentlich war in holsteinischer
Hand.
Inzwischen fuhr die Flotte der Ostseehansen nach Kopen—
hagen, nahm die Stadt, eroberte dann an der schonenschen
Küste mit Hilfe des mecklenburger Schwedenkönigs Falsterbo,
Skanör, ja sogar Lund und andere Orte des Binnenlands;
nur das feste Helsingborg, von dessen Hanseturm man noch
heute den Sund entlang in umfassendem Rundgemälde übersieht,
was einst deutscher Besitz war, hielt sich bis zum folgenden
Jahre. Von Schonen aus aber durchzogen die Hansen zu⸗
sammen mit Mecklenburgern und Holsten Möen, Falster und
Laaland: Dänemark war in deutschen Händen.
Gleichzeitig hatte eine Flotte der Nordsechansen die
norwegischen Küsten angelaufen und den königlichen Hof zu
Bergen geplündert und niedergebrannt; König Hakon selbst trug
auf Sühne an: der Feldzug war glänzend gelungen, Dänemark
wie Norwegen lagen zu den Füßen der Sieger.
So kam es darauf an, die Früchte des Sieges zu pflücken.
Und hier spielten die Städte alsbald eine eigenartige Rolle.
Einseitig, ohne Zuziehung der Fürsten, schlossen sie mit den
Königen ab. In Norwegen sicherten sie sich den Fortbestand
aller ihrer alten Privilegien: d. h. fast das Vorrecht alleiniger
kommerzieller Ausbeutung des Landes. Dänemark gegenüber