Sonderbildungen an den Grenzen des Reiches. 169
erreichten sie in dem Frieden von Stralsund vom 24. Mai 1370
Verwandtes; darüber hinaus sollten sie zudem als Kriegs—
entschädigung zwei Drittel der Einkünfte der schonenschen Sund—
orte Skanör, Falsterbo, Malmö und Helsingborg auf fünfzehn
Jahre erhalten und zum Unterpfand für die Erfüllung des
Friedens das Schloß Warberg auf Halland besetzen dürfen.
Es waren Bedingungen, die sich von vornherein dem
energischen Waldemar von Dänemark wie auch Hakon von
Norwegen gegenüber nur dann als durchführbar ergeben
mußten, wenn man diesen, nachdem sie in den Fragen der
Seeherrschaft völlig gebunden waren, Freiheit des Handelns zu
Lande gab. Und so allerdings waren sie von den Hansen
gemeint. Die Städte dachten nicht daran, gleichzeitig für ihre
fürstlichen Bundesgenossen zu sorgen. Vielmehr leiteten sie die
Thatkraft Hakons und Waldemar auf diese ab.
Hakon stürzte sich alsbald auf das mecklenburgische
Königtum in Schweden. Im Sommer 1371 erschien er mit
Kriegsmacht schon vor Stockholm, und Albrecht konnte sich
gegen ihn nur halten, indem er die Ausübung seiner könig—
lichen Gewalt fast völlig von den Beschlüssen des Reichsrals
abhängig machte. Damit untergrub er aber vollends sein
Ansehen; um das Jahr 1390 war die Stellung des mecklen—
burgischen Hauses in Schweden ein verlorener Posten; gegen
Schluß des Jahrhunderts ist Albrecht der Unionskönigin
Margaretha, Waldemars Tochter, ruhmlos gewichen.
So blieb den Mecklenburgern nur noch die Aussicht auf
eine Nachfolge in Dänemark: war doch Heinrich, Herzog
Albrechts zweiter Sohn, Schwiegersohn König Waldemars.
Allein auch diese Hoffnung schlug fehl; Nachfolger Waldemars
ward schließlich dessen Enkel Olaf, der Sohn König Hakons
und der Margaretha.
König Waldemar selbst aber gelang es noch in den letzten
Jahren seines Lebens, die Holsten, die sich in den westlichen
Teilen seines Reiches festgesetzt hatten, zu vertreiben und auch
in Schleswig entscheidenden Einfluß zu gewinnen: so ganzer
Herr wiederum seiner Lande und froher Aussichten für die