60
wurden bis 1922 foftenfrei geliefert. Jetzt werden für Uberweisungs-
formulare ebenso wie für Scheckhefte die Selbstkosten berechnet.
Für die Briefe der Postscheckkunden an die Postscheckämter wird bei Ver
wendung der besonderen (gelben) Briefumschläge eine Gebühr von 5 Rpf.
berechnet. Die Sendungen der Postscheckämter und Postanstalten an die
Kontoinhaber werden portofrei befördert.
Die Zahl der Inhaber eines Postscheckkontos betrug am 1. Januar 1927:
893 000 (am 1. Januar 1926: 857 000), ihr Guthaben im Jahresdurch
schnitt 572 Millionen RM (1925: 672 Millionen RM). Der Gesamtumsatz
betrug 1926 rund 114,8 Milliarden RM (1925: 110,8 Milliarden RM);
das durchschnittliche Guthaben eines Postscheckknnden rund 668 RM. Von
dem Umsatz wurden 90,8 Milliarden RM (1925: 87 Milliarden RM), das
sind 79 /, bargeldlos abgewickelt.
Nach Mitteilungen der Reichspost ist der Postscheckverkehr für sie un
rentabel, d. h. die aufkommenden Gebühren und Zinsen reichen trotz
erheblicher Vereinfachung und Mechanisierung des Betriebs zur Deckung
der Selbstkosten nicht mehr aus; die jährliche Unterbilanz schätzt die Post
auf 16 Millionen RM.
Nach den Beschlüssen des Verwaltungsrates der Deutschen Neichspost vom
6. Februar 1925 werden die Postscheckgelder wie folgt angelegt: Ein Bestand
von durchschnittlich 30 Millionen RM wird auf dem Reichsbankgirokonto
der Generalpostkasse gehalten. Von den übrigen verfügbaren Geldern wird
mindestens Vs zum Ankauf von reichsbankfähigen Wechseln — dieser
Ankauf erfolgt durch Vermittlung der Reichsbank — verwendet. Die An
lage des Rests erfolgt in festverzinslichen, reichsbankloinbardfähigcn Wert
papieren oder in öffentlichen Anleihen odex in Reichsschatzwechseln oder in
Darlehen an Staatsbanken, an das Reich oder die Länder.
5. Papiergeld und Banknoten.
Nach dem populären Sprachgebrauch pflegt man unterschiedslos mit
dem Namen „Papiergeld" alle aus Papier hergestellten Ersatzmittel des
Geldes, deren man sich statt des Metallgeldes bedient, zu bezeichnen.
Ökonomisch und rechtlich betrachtet gibt es sehr verschiedene Arten des
Papiergeldes (das Wort im weiteren Sinne gebraucht). Zunächst — wir
folgen in der Hauptsache der Einteilung, wie sie Adolph Wagner im
„Buch des Kaufmanns" gegeben hat — ist zu unterscheiden: