394
Vierter Abschnitt
selbst beschäftigten Familien 1838 noch 800 000 zählten,*° ganz ab-
gesehen von den in Asien und auf dem europäischen Kontinent ver
drängten.
In den wenigen Bemerkungen, die über diesen Punkt noch
machen, berühren wir zum Teil rein tatsächlich Verhältnisse, wozl
unsere theoretische Darstellung selbst noch nicht geführt hat.
Solange sich der Maschinenbetrieb in einem Industriezweig auf
Kosten des überlieferten Handwerks oder der Manufaktur ausdehnt
sind seine Erfolge so sicher, wie etwa der Erfolg einer mit del
Zündnadelgewehr bewaffneten Armee gegen eine Armee von Boge”
schützen wäre. Diese erste Periode, worin die Maschine erst ihre?
Wirkungskreis erobert, ist entscheidend wichtig wegen der außer
ordentlichen Profite, die sie produzieren hilft. Diese bilden nich!
nur an und für sich eine Quelle beschleunigter Akkumulation [Ar
häufung von Kapital], sondern ziehen großen Teil des beständi#
neu gebildeten und nach neuer Anlage drängenden gesellschaft
lichen Zusatzkapitals in die begünstigte Produktionssphäre. Die b®
sonderen Vorteile der ersten Sturm- und Drangperiode wiederhole
sich beständig in den Produktionszweigen, worin die Maschinen!‘
neu eingeführt wird. Sobald aber das Fabrikwesen eine gewiss
Breite des Daseins und bestimmten Reifegrad gewonnen hat, sobal‘
namentlich seine eigene technische Grundlage, die Maschiner!®
selbst wieder durch Maschinen produziert wird, sobald Kohlen- un
Eisengewinnung, wie die Verarbeitung der‘ Metalle und das Tranß
portwesen revolutioniert, überhaupt die der großen Industrie ent
sprechenden allgemeinen Produktionsbedingungen hergestellt sind
erwirbt diese Betriebsweise eine Elastizität, eine plötzliche, sprun$
weise Ausdehnungsfähigkeit, die nur an dem Rohmaterial und des
Absatzmarkt Schranken findet. Die Maschinerie bewirkt einerseil
direkte Vermehrung des Rohmaterials, wie zum Beispiel der CottoP
gin die Baumwollproduktion vermehrte.*! Anderseits sind wohl
feilheit des Maschinenprodukts und das umgewälzte Transport- up
Kommunikationswesen Waffen zur Eroberung fremder Märkt®
Durch den Ruin ihres handwerksmäßigen Produkts verwandelt de)
Maschinenbetrieb sie zwangsweise in Produktionsfelder seines Rob
materials. So wurde Ostindien zur Produktion von Baumwoll®
220 „Die Leiden der Handweber (von Baumwolle und mit Baumwoll‘
gemischten Stoffen) waren Gegenstand der Untersuchung durch eine König
liche Kommission, aber obgleich ihr Elend anerkannt und bejammert wurd®
überließ man die Verbesserung (!) ihrer Lage dem Zufall und dem wecht
der Zeit, und man darf hoffen, daß diese Leiden jetzt (20 Jahre späte
beinahe (nearly) erloschen sind, wozu die jetzige große Ausdehnung gli
Dampfwebstühle aller Wahrscheinlichkeit nach beigetragen hat.“ („ReP?
of Insp. of Fact, for 831st October 1856“, p. 15.) so
231. Andere Methoden, wodurch die Maschinerie auf die Produkt"
des Rohmaterials einwirkt, werden im dritten Buch erwähnt.