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Elftes Buch. Erstes Kapitel.
schlechtes, als Bischof von Straßburg auf einer Gesandtschaftsreise
in Diensten des Reiches zu Konstantinopel verstorben. Und
weithin erstreckte sich der habsburgische Besitz: von dem reichen
Kloster Otmarsheim am oberelsässischen Hardtwald, wo noch
heute die alte Pfalzkapelle des Hauses steht, ein dem Achener
Münster Karls des Großen nachgebildeter Centralbau, reichte
er tief hinein in die Schweiz bis zur Habsburg und bis nach
Muri, dem andern Familienkloster des Geschlechtes. Nun war
allerdings in der Zeit zwischen April 1282 und Juli 12341*
das Stammgut unter zwei Linien geteilt worden, allein Rudolf
hatte den ihm zugefallenen Teil außerordentlich und fast über
die Höhe des ursprünglichen Gesamteigens hinaus zu vermehren
gewußt. Er hatte vom Reiche die Städte Breisach und Kaisers—
berg, eventuell Rheinfelden und die Vogtei über das Gottes—
haus St. Blasien im Schwarzwald und die Freien Leute im
Albgau zum Pfande erhalten; er hatte den Besitz der Grafen
von Kyburg erworben, des letzten außer den Habsburgern noch
blühenden Großdynastengeschlechts der schweizerischen Hochebene:
von den Alpenpässen bis nach Colmar nahezu vermochte er zu
reiten, ohne sein Gebiet zu verlassen. Und in diesen Errungen—
schaften sprach sich nicht minder der sparsame und diplomatisch
kluge Erwerbsinn des Grafen aus, wie seine nie wankende
Königstreue: der Anhänglichkeit an die Staufer verdankte er
die zahlreichen Pfandschaften. In der That begleiteten ihn
staufische Sympathien schon von der Wiege ab. Kaiser Friedrich II.
hatte ihn aus der Taufe gehoben und ihn auf seinen italienischen
Fahrten mitgenommen, noch ehe er den Ritterschlag empfangen
hatte; König Konrad IV. hatte ihn gern als verständigen
Berater gesehen; Konradin ist auf seiner verhängnisvollen
italienischen Heerfahrt von Verona ab von ihm begleitet worden.
So war Rudolf ein mächtiges Haupt der staufischen Partei,
als die Fürsten, veranlaßt vornehmlich durch den zollerschen
Burggrafen Friedrich von Nürnberg, auf ihn die Augen lenkten.
Auf einer Zusammenkunft zu Boppard, am 11. September
1Redlich S. 19.