426 Dreizehntes Buch. Zweites Kapitel.
glücklich, es jetzt verwirklichen zu können. Nun waren Verhand⸗
lungen mit den Griechen schon vom Paveser Konzil geführt worden.
In ihrem Verfolg wandten sich die Griechen jetzt an die Väter
von Basel. Aber da fanden sie geringes Entgegenkommen; in
ohnmächtigem Stolz verweigerte ihnen die Majorität der Väter
einen bequemen Ort der Verhandlung; den 7. Mai 1437.
Den Griechen blieb jetzt kaum etwas übrig, als sich an
den Papst zu wenden. Darauf, gestützt auf diese Mehrung
seiner Autorität, that Eugen IV. am 18. September 1487 den
entscheidenden Schritt. Er löste das Konzil von Basel von
neuem auf und berief danach ein neues Konzil nach Ferrara,
das dann am 8. Januar 1488 eröffnet wurde. Als die Baseler
Radikalen diese Bulle nicht anerkannten, vielmehr dem Papste mit
Suspension und Absetzung drohten, verließen die hervorragendsten
zeistigen Führer des Konzils, ein Julian Cesarini, ein Nikolaus
von Kues, die Baseler Sache und gingen zum Papste über.
Das Übergewicht der Kurie war entschieden. Das in—
zwischen nach Florenz verlegte Konzil brachte am 5. und 6. Juli
1439 die Union mit den Griechen zustande und stellte in seinem
späteren Verlaufe einen großen Teil des päpstlichen Kirchen—
rechts wieder her. Das Baseler Concilium nahm immer mehr
den Charakter einer ungesetzlichen Versammlung an, mochte es
auch den Papst Eugen absetzen und in dem Herzog Amadeus
von Savoyen einen neuen Papst wählen, der sich Felix V. nannte,
mochte er selbst den Glauben an die Oberhoheit des Konzils
als heilsnotwendig beschließen. Langsam, klanglos ging es zu
Grunde. Seine letzte Sitzung zu Basel fand am 15. Juni 14481
statt, geschlossen ward es am 25. April 1449 zu Lausanne.
Das deutsche Königtum aber stand rat- und ergebnislos
vor diesem wunderbaren Gang der Dinge. Hatte Sigmund
noch einmal mit kaiserlichen Mitteln den kurzen Glanz der
Konstanzer Kirchenvogtei erneuern wollen, so sah er statt dessen
zwei Konzilien nebeneinander tagen, deren eines absolut päpst—
lich war, deren anderes dem Kaiser nicht minder wie dem Papste
Schmidlin, Straßburger Diözesanblatt, Dezember 1901 und
Januar 1902.