Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Konziliare Bewegung, Wiener Konkordat vomn Jahre 1448. 431 
zeführten Baseler Reformen ein; nur einstweilen möchten sie 
aus besonderer Gnade denen gesiattet sein, die binnen eines 
Halbjahrs Eugen IV. als Papst anerkennen würden. 
Es war klar: der Papst zögerte gegenüber dem Reiche weiter; 
durch Wiederaufnahme der Verhandlungen unmittelbar mit 
Friedrich III. hoffte er besser zum Ziel zu gelangen. In diesen 
Anschauungen, unter Vorbehalten gegenüber seiner bisherigen 
deutschen Politik, ist er am 28. Februar 1447 gestorben. Sein 
Nachfolger, Nikolaus V., erklärte die von den Deutschen er⸗ 
langten Zugeständnisse sofort als rein provisorisch und nur per— 
sönlich giltig; auf diese Weise gewann er eine neue Grund⸗ 
lage zu abbröckelnden Verhandlungen. 
Derartige Verhandlungen wurden auf einem Fürstentage 
zu Aschaffenburg, im Juli 1447, aufgenommen und führten 
unter steigendem moralischem Drucke König Friedrichs sehr bald 
zu Zugeständnissen seitens der Mehrheit der Fürsten gegenüber 
hem bisherigen Standpunkt. Freilich: einige wichtige Fürsten 
waren dennoch nicht rasch zu gewinnen. Der Kurfürst von 
Brandenburg zog seinen Widerspruch erst zurück, nachdem er 
im September 1447 das Vorschlagsrecht für die drei Bistümer 
der Mark, den Ausschluß fast jeder fremden bischöflichen Rechts- 
pflege von seinem Lande und die Umwandlung der Domkapitel 
bon Havelberg und Brandenburg in weltliche Stifter erreicht 
hatte; es sind Konzessionen, entsprechend den von König Friedrich 
für sterreich erlangten: die beiden alten Marken des Reichs 
mit ihrer festeren staatlichen Fůgung gewannen in der neuen 
slaatskirchenrechtlichen Politik den Vorsprung. Andere wichtige 
Landesherren, so die Kurfürsten von der Pfalz, von Trier, von 
Köln, von Sachsen, verharrten noch länger im Widerspruch; 
ja sie vereinbarten schließlich mit dem französischen Könige zu 
Bourges die Forderung eines neuen allgemeinen Konzils. 
Demgegenüber bedurfte es einer letzten Anstrengung des 
Papstes und des Königs. Friedrich III. erließ am 21. August 
447 eine Verordnung für das Reich, welche die allseitige An— 
erkennung Nikolaus' V. gebot. Der Papst sprengte das Konzil 
zu Basel, verfolgte es zu Lausanne und brachte es dahin, daß
	        
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