436 Dreizehntes Buch. Drittes Kapitel.
Interessen war er nicht abhold: 1365 hat er die Universität
Wien gegründet.
Allein nach Rudolfs IV. Tode wurden die Lande geteilt, trotz
des entgegenstehenden Hausgesetzes König Rudolfs vom Dezember
1282. Es entstand eine österreichische Linie, die das Haupt—
land an der Donau erhielt, und eine steiermärkische Linie, der
Vorderösterreich, Tirol, Kärnten, Krain und Steiermark zufielen.
Von beiden Linien war vor allem die steiermärkische darauf an—
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Zusammenhang zwischen dem rheinisch-schweizerischen Vorder—
osterreich und Tirol herzustellen versuchen. In diesem Bestreben
nahm Herzog Leopold VUI. dem Grafen von Werdenberg große
Teile des Rheinthals südlich vom Bodensee weg und zog gegen
die Eidgenossen; aber bei Sempach bezahlte er seine Absichten
mit dem Verlust seiner Ritterschaft und seines Lebens!. Darauf
traten in der steiermärkischen Linie die schlimmsten Zersplitterungen
ein; das Land ward geviertelt, bis schließlich in den dreißiger
Jahren des 15. Jahrhunderts Friedrich IV. von Tirol, einst
Friedel mit der leeren Tasche, nun reich geworden durch den
steigenden Ertrag der Tiroler Bergwerke, teils in eigner, teils
in vormundschaftlicher Regierung für seine Neffen, Friedrich,
den nachmaligen Kaiser, und Albrecht, dessen Bruder, den Ge—
samtbesitz wiederum vereinte.
Das Land der österreichischen Linie war inzwischen unge—
teilt geblieben, jedoch innerlich zerfleischt worden durch furcht—
bare Wirren unter dem unfähigen Herzog Albrecht IV. (1895 bis
1404). Dessen Sohn und Nachfolger war Herzog Albrecht V.,
als deutscher König seit 1438 Albrecht II.: das gerade Gegen—
teil seines Vaters, von hoher, aufrechter Gestalt, den runden
Kopf von schwarzem Haare umrahmt, von dunkler Hautfarbe
und feurigen Augen, die weißen Zähne stark unter der Ober—
lippe hervortretend: ein Bild der Kühnheit und Kraft. Albrecht
war seit 1422 vermählt mit Elisabeth, der einzigen Tochter
König Sigmunds, und somit der künftige Träger der vereinten
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