Verfall des deutschen Einflusses nach außen, Ruin im Innern. 487
habsburgischen und luxemburgischen Hausmacht: welche Zukunft
schien ihm beschieden! Aber indem er sie in einem Feldzug
zegen die Türken zu sichern suchte, starb er, erst zweiundvierzig—
jährig, am 27. Oktober 1489 unweit Gran. Er hinterließ
seine Gemahlin schwanger, und diese genas am 22. Februar
1440 zu Komorn eines Sohnes, des Erben gewaltigster An⸗
sprüche, Ladislaus Posthumus.
Fast zur selben Zeit mit Albrecht starb aber auch das
Haupt der steiermärkischen Linie, Friedrich von Tirol, und auch
er hinterließ nur einen unmündigen Sohn, Sigmund.
Damit stand jetzt das Haus Habsburg, soweit es mündig
war, auf vier Augen, auf Friedrich V. und seinem Bruder
Albrecht. Von ihnen war der Ältere, Friedrich, der geborene
Vormund Sigmunds und Ladislaus', und er beanspruchte zu—
gleich gegenüber seinem hochfahrenden, verschwenderischen und
treulosen Bruder Albrecht die alleinige Herrschaft überhaupt;
nur er wollte Altester und Regierer des Namens und Stammes
des Fürstentumes und des ganzen Hauses sterreich' sein.
In dieser Hinsicht glaubte er nun wohl am Besitz der
deutschen Krone einen Rückhalt zu finden; jedenfalls bewarb er
sich eifrig darum und wurde am 2. Februar 1440 zum König ge⸗
wählt. Ein Mann, dessen Kraft wesentlich in der Führung
vormundschaftlicher Regierungen beruhte, dessen Stellung be—
stritten war vom eignen Bruder, war damit König geworden
zu einer Zeit, da das deutsche Königtum nur noch durch den er⸗
borgten Glanz einer anderweitigen Stellung seines Trägers ge—
fristet werden konnte. Was war zu erwarten? Und was für ein
Mann! Friedrich war eine Hünengestalt mit dem Biedergesicht
einer amerikanischen Rothaut; nicht vergebens hatte seine Mutter
Cimburga von Masowien Nägel mit bloßer Faust durch ein
Brett zu treiben vermocht. Aber er beutete seine Körper—
kraft nur zur Pflege der Langlebigkeit aus, im übrigen
waffenscheu, ruhselig und schon in jungen Jahren greisenhaft
bedächtig und geistig gleichsam verrunzelt. Seine Interessen
waren kleinlich, sein Haß verbohrt; Meister war er nur im
Hinhalten und in den kleinen Künsten diplomatischer Über—