2
2
Dreizehntes Buch. Drittes Kapitel.
zu den Gestaden des Pontus. Hier aber ward er, am 10. No⸗
vember 1444, bei Varna geschlagen. Er fiel, das Heer und
der Kardinal mit ihm; und nur Johann Hunyady, der Held
der ungarisch-türkischen Grenzkriege, rettete sich heimwärts, der
Größe seines Geschlechts entgegen.
Denn vergebens forderte nach dem Tode Wladislaws der
ungarische Reichstag von König Friedrich die Herausgabe des
Ladislaus Posthumus als des rechtmäßigen Thronerben. Es
blieb nichts übrig, als einen Statthalter einzusetzen. Der aber
ward Johann Hunyady, und er schloß als solcher mit König
Friedrich am 22. Oktober 1450 zu Preßburg einen Vertrag,
wonach Friedrich bis zum Februar 1458 die Vormundschaft
über Ladislaus, Humyady aber die Stelle des Reichsverwesers
behalten sollte.
Nun starb aber Ladislaus Posthumus drei Monate vor
Ablauf dieses Termins, am 23. November 1457. Johann
Hunyady war darauf nicht gewillt, Friedrich, den entfernten
Verwandten des Ladislaus, als Nachfolger anzuerkennen; rasch
ward sein Sohn, der sechzehnjährige Mathias Corvinus, zum
König gewählt. Dem widersprach zwar eine unzufriedene
Adelspartei unter den Magyaren, die Gara, Ujlaky, Banffy und
andere, und Friedrich ließ sich seinerseits zu Wiener Neustadt
feierlich zum Ungarnkönig krönen. Indes erneuerte Aufstände
in Osterreich machten den Kaiser bald mürbe, Mathias wurde
des Adels Herr, und so konnte der Papst einen Vertrag vom
24. Juli 1463 zwischen Friedrich und Mathias vermitteln, der
Friedrich zu dem schon früher feststehenden Verluste Böhmens
auch den Ungarns eintrug. Er hatte Mathias an Sohnes—
statt anzunehmen und ihm in dieser Form die Regierung
Ungarns zu überlassen; entschädigt wurde er durch fast nichts
als den Königstitel und die Aussicht einer dunkel umschriebenen
Anwartschaft seines Hauses auf das ungarische Reich nach dem
Tode des regierenden Konigs.
Mathias aber, nunmehr frei, wandte seine Aufmerksamkeit,
abgesehen von Reformen im Innern, namentlich Böhmen zu:
denn hier gemeinsam mit dem Kaiser gegen den Ketzerkönig