Wiederherstellung des nationalen Königtums. 55
Rechtes. Und Albrecht machte sich zu dieser Versammlung auf,
aber mit Heeresmacht.
Adolf hatte längst begriffen, worum es sich handelte. Er
raffte von Anhängern zusammen, was ihm treu geblieben war:
die Krieger der Kurpfalz, die Söldner der Städte, den kleinen
Adel. Mit ihnen trat er Albrecht entgegen. Nach einem
strategischen Hin und Her in Oberdeutschland, bei dem Albrecht
seine Meisterschaft als Leiter kriegerischer Bewegungen bewies,
kam es bei Göollheim am Donnersberg zur entscheidenden
Schlacht, am 2. Juli 1298. Während Albrecht eine treffliche
Stellung auf dem Hasenbühel eingenommen hatte, stürmte Adolf
leidenschaftlich gegen ihn an; schon von einem Sturze mit
seinem Rosse betäubt, unfähig noch einen Helm zu tragen,
suchte er seinen Todfeind persönlich auf und hieb gegen ihn los.
Aber Albrecht wich aus und erwiderte den Angriff durch einen
Hieb ins Antlitz. Dann trennte Getümmel die Streitenden.
Bald darauf fand Adolf anderweits den glatten Entscheid auf Ja
oder Nein, den er gesucht hatte. Er fiel als ein Mann und
Held, er büßte mit ehrlichem Tode die anders kaum zu
sühnenden Sünden seines Emporkommens zur Herrschaft.
VI.
Inzwischen war schon am 28. Juni die Absetzung Adolfs
in einer nichtigen Gerichtsverhandlung der Kurfürsten und
candrer weiser Männer' unter freiem Himmel zu Mainz ver⸗
fügt und in einem noch nichtigeren Manifest des Mainzer Erz⸗
bischofs der Welt verkündet worden. Das bedeutete zugleich
die Wahl Albrechts: wer wollte dem Sieger die Beute be—
streiten? Schon am Tage nach der Absetzung Adolfs war
Albrecht unregelmäßig als König ausgerufen und in seinem
Feldlager in der Nähe von Alzei festlich begrüßt worden.
Jetzt aber, nach dem Tode Adolfs, hielt Albrecht es doch
für angemessen, sich nochmals ordnungsgemäß wählen zu
lassen. Dies um so mehr, als er sehen mußte, wie sehr die
rheinischen Erzbischöfe auf eine neue Wahl drangen, um bei dieser
Gelegenheit ihrer gewohnten Begehrlichkeit zu frönen. Sie