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Elftes Buch. Erstes Kapitel.
fand am 27. Juli 1298 statt, und ihre Verhandlungen brachten
in der That den Erzbischöfen wieder materielle Vorteile, dem
von Mainz außerdem das endgültige Recht, den geschäfts⸗
führenden königlichen Vizekanzler zu ernennen.
Aber Albrecht, nun völlig im Sattel, hatte nicht die Ab—
sicht, sich weiter von den Erzbischöfen güngeln zu lassen. Ein
schwerer knochiger Mann, streng, klar und unbeugsam, mit
seinen Mitteln sparsam haushaltend, glaubte er sich wohl in
der Lage, ihnen erfolgreich widerstehen zu können. Es waren
Neigungen, die den König unwillkürlich zu einer Reichspolitik
führen mußten, so sehr er im übrigen mit rastlosem Erwerbs—
sinn die weitgreifendsten Pläne für die Vermehrung der habs—
burgischen Hausmacht in Böhmen, Mähren und Meißen, in
Ungarn, in Holland und in Burgund verfolgt hat.
Auf dem Reichstag zu Nuürnberg, November 1298, trat er
ganz als Herr des Reiches im alten Sinne auf. Eine Schar
von Fürsten, eine Wolke von Grafen und Rittern umgab
ihn, die Kurfürsten versahen in alter Weise ihre Erzämter,
selbst der König von Böhmen diente persönlich. Es war ein
symbolischer Ausdruck der Stellung, die Albrecht über
den großen Gegensätzen der Zeit zu nehmen wußte. Die
Fürsten fügten sich ihm; die Städte, bis zuletzt eifrige Partei—
gänger Adolfs, waren nach dessen Fall unmittelbar zu ihm
übergetreten, getreu dem nie verleugneten Grundsatz still⸗
schweigender Anerkennung jeder friedestiftenden Übermacht, wie
er sich in dem hansischen Wahlspruch In spe et silentio for-
titudo nostra naiv zum Ausdruck bringt. So konnte Albrecht
wohl versuchen, zwischen den sozialen Parteien zu vermitteln;
in Bestimmungen über die Pfahlbürger, die auf dem Nürn—
berger Reichstag getroffen wurden, hat er für einen der wich—
tigsten Punkte den Ausgleich fürstlicher und städtischer Inter—
essen zu finden gesucht. Und unverhohlen zeigte er auch sonst
stolzen königlichen Mut. Schon in dem Wahlausschreiben der
Kurfürsten hatte er sich als aus königlichem Blute stammend
bezeichnen lassen; jetzt ergab sich's immer mehr, daß er die
Regierung Adolfs nur als eine Art von Interregnum ansah,