ALTE REKLAME AUF DER EISENBAHN
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angeregt haben, die Eisenbahneinrichtungen auch für andere
Ankündigungen zu benützen. Da in den Anfängen des
Eisenbahnwesens die überwiegende Zahl der Bahnen Privat-
bahnen darstellte, so war die Entwicklung des Reklame-
wesens. auf diesem Gebiete überaus zersplittert und un-
übersichtlich. Jedenfalls ist im allgemeinen feststellbar, daß
sich die Eisenbahnunternehmungen relativ lange gegen die
Aufnahme von Ankündigungen gesträubt haben, eine Haltung,
die ihre Erklärung in dem Umstande findet, daß die Eisenbahn-
unternehmungen meistens sehr kapitalskräftige Gesellschaften
darstellten und daher eine ziemlich hohe Entwicklung des
b. 100. Barnums Ankündigungswagen
Gesamtreklamewesens überhaupt erforderlich war, bis die
hieraus zu erwartenden Eingänge für die Eisenbahnunter-
nehmungen als nennenswerte Einnahme in Betracht kamen.
Zirka um das Jahr 1870 setzte in einzelnen Staaten eine
systematische Reklame auf Bahnhöfen und in Eisenbahnwagen
ein (s. Abb. 99 bis 101). Auch von diesem Zeitpunkt ab war
die Überwindung der Widerstände bei vielen Eisenbahnver-
waltungen noch sehr schwierig, ja in einzelnen Staaten, so z. B.
in Kanada, wird sie bis zum heutigen Tage abgelehnt. In
anderen Staaten, z.B. Frankreich, Schweiz unterliegt
sie weitgehenden Beschränkungen in Format und Ausstattung.
Am frühesten setzte sich in der Regel die Reklame auf den Bahn-
höfen durch.
Sehr förderlich für die Eisenbahnreklame war die in vielen
Staaten im Kriege und in den ersten Nachkriegsjahren durch-