Weitere Entwicklung des Intellektualismus. 79
gänglich gemacht hat. Erst im 19. Jahrhundert hat dann die
Astronomie durch die Entwicklung der Spektralanalyse und die
darauf begründete Astrophysik eine außerordentliche und grund⸗
sätzliche Erweiterung des Gebietes erfahren.
III.
1. Wenden wir uns jetzt noch einmal rückwärts und über⸗
sehen wir den Verlauf der naturwissenschaftlichen Forschung
zunächst bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, so werden wir
ohne weiteres der generell und entwicklungsgeschichtlich wichtigen
Frage zugeführt, zu welchen Fortschritten des Denkens er denn
im allgemeinen geführt habe.
Da ist denn zunächst klar, daß das naturwissenschaftliche
Denken je länger je mehr jeglichen Animismus, jeden Pan⸗
dynamismus im Sinne von persönlich wirkenden Kräften, jede
auch noch so entfernte Erinnerung an das Wunder abgelehnt
hat. Gerade den Wunderglauben als den charakteristischsten
Ausdruck des alten Pandynamismus aufs entschiedenste zu ver⸗
bannen, hat sie damals als eine ihrer wichtigsten Aufgaben
angesehen; die Schrift des Stevinus über das Gesetz der
schiefen Ebene trägt das Motto: „Wonder en is gheen
Monder“: auch was wunderbar erscheint, ist es nicht wirklich.
Gegenüber dem phantastischen, bloß deduktiven Denken
erhob damit die Naturwissenschaft den Satz: „Vere scire est
per causas scire“ zu ihrem Wahlspruch: erst die Aufdeckung
des kausalen Zusammenhanges befriedigte sie. Und indem sie
die Schwierigkeit erkannte, die im Vorhandensein etwa auch
anderer als rein physisch-kausaler Momente in den biologischen
Seiten des Naturreichs einstweilen zu liegen schien, wandte sie
sich vornehmlich den mechanischen und den hieran anschließenden
—EDDDD00 physikalischen und
astronomischen Problemen zu.
Allein wurden die außerordentlichen Ergebnisse, zu denen
sie auf diesem Gebiete gelangte, nun etwa ausschließlich der
neuen Art des Denkens, die sich erst im individualistischen