Bildende Kunst und Musik.
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fachsten Grenzen umrissen, erhalten eben einen ornamentalen
Charakter. Wurden nun aber die Folgen dieser Entwicklung
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für die modernste Malerei gerade auf Grund ihrer modernsten
Prinzipien wieder eine ornamentale Form — eine Form wie
die der Urzeit! Und in der Tat: die moderne Ornamentik,
die aus diesen Beziehungen hervorgegangen ist, und nicht
minder die moderne symbolische Malerei, soweit sie bis zu
ornamentalen Konsequenzen fortschreitet, hat eine nicht un—
bedeutende Anzahl von Berührungspunkten mit dem ältesten
nationalen Malstil, mit der Ornamentik der deutschen Stammes—
zeit und der Jahrhunderte der Karlinge.
Wir stehen hier vor einer eigentümlichen Tatsache, die um
so genauer ins Auge gefaßt zu werden verdient, als sie nicht
isoliert dasteht und Beobachtungen zu vertiefen geeignet ist, die
schon im Beginne dieses Kapitels gestreift wurden. Eine große
Anzahl von Kulturerscheinungen gerade des modernsten, sich
immer stärker entfaltenden subjektivistischen Zeitalters erinnern
an analoge Erscheinungen der urzeitlichen, symbolischen Kultur—
periode. So, um nur einiges zu erwähnen, die Tendenz zu
genossenschaftlichem Zusammenschluß, die massivere religiöse
Innigkeit, wie sie namentlich dem Aufschwunge der mittelalter—
lichen, katholischen Kirche zugute kommt, die von der Wissenschaft
begünstigte Neigung zu einer pantheistischen oder panpsychischen
Weltanschauuug, und das Drängen der darstellenden Künste zur
Vereinigung von Musik, Dichtung und Mimik in einem einzigen
Ausdruck. Es sind Züge, die auch sonst reife Kulturzeitalter in
der Geschichte anderer Nationen gezeigt haben; allgemein liegen
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sucht hoher Kulturen nach Natur und Ursprünglichkeit, nach
der Kombination einer überhitzten Zivilisation mit der frischen
Atmosphäre der Urzeiten zugrunde: — jenen Neigungen, welche
das moderne deutsche Kulturzeitalter von dem männlichen Rufe
Hallers nach der Einfachheit des Alpenbewohners an bis zu dem
müden Lechzen nach Uranfänglichem aufweist, wie ihn populär
etwa der Titel der Zeitschrift „Jugend“ ausspricht.