Bildende Kunst und Musik.
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neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts erstrebt haben. Ein
Schüler Juels war Kaspar Davrid Friedrich (1774 - 1840).
Friedrich hielt sich im allgemeinen in der Richtung seines
Lehrers; er war ein im Grunde der Form nach noch fester
Maler besonderer landschaftlicher Stimmungen; mit dem Auge
eines Bewohners des Flachlands hat er besonders den Himmel
und seine Wolkenformen studiert. Aber daneben sah er doch
auch bereits häufig die Landschaft nicht mehr im festen Um—
riß, überhaupt nicht mehr in den Gegenständen, sondern in
dem Ganzen der sie durchlebenden Töne, im frei wallenden
Lichte. Und in diesem Falle liebte er schon das Einfache,
leuchtend Umflossene, die großgeschriebenen Formen der See
oder die langhinstreichenden Landmassen der Ostseeküste in den
verschwimmenden Tönen des Zwielichts.
Friedrich ist 1795 nach Dresden gegangen; und um vieles
impressionistischer noch als er, aber freilich auch ein bei weitem
schlechterer Maler, war der Dresdner Carus (1789 - 1869).
Neben diesen beiden aber lebte in Dresden zu jener Zeit
noch ein dritter Fortgeschrittener, Johann Christian Claußen
Dahl (1788 - 1857). Auch er war ein Kind des Nordens,
ein Norweger; 1818 ist er nach Dresden gekommen. In der
Dresdner Galerie hängt von ihm eine Alpenlandschaft mit
stumpfer Luft und fernem Talnebel, von großer Tiefen—
wirkung, von vollständiger Aufhebung der alten drei Gründe
und ohne den konventionell braunen Baumschlag der Akademien.
Und in Dresden hatte inzwischen schließlich noch ein
anderer, und zwar der vielleicht merkwürdigste Schüler Juels,
geweilt und auch Friedrichs Einfluß erfahren: der im Jahre
1777 zu Wolgast geborene Runge. Runge kam noch nicht
voll durchgebildet nach Dresden, lernte hier Tieck und dessen
romantischen Kreis kennen und erstarkte an deren Kunstlehren
in einem schon vorhandenen Gegensatze zur Antike und zu deren
kunstästhetischem Pfleger Goethe. Im übrigen blieb er freilich
von den Kunstanschauungen Tiecks und seiner Freunde auch
wieder vielfach getrennt. Von dem kunstakademischen Leben
angewidert ging er bald von Dresden nach Hamburg: und
Lamprecht, Deutsche Geschichte. VIII. 2. 39