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Zweiundzwanzigstes Buch.
einem der größten deutschen Künstler spendeten. Aber sehr
bald verfiel er der Nachahmung zuerst der Bologneser Schule,
dann, im Anschluß an die Lehren Winckelmanns, mit dem er
in Rom freundschaftlich zusammenlebte, der Antike. Das
vollendetste Denkmal dieser Zeit ist der „Parnaß“ der Villa
Albani: ein Werk, das in Farbe und Zeichnung nach Art des
Rokokos noch stark ist, auch noch nicht ganz die Verschwommen⸗
heit im Gesichtsausdruck zeigt, die später bedenkliches Kenn—
zeichen des Klassizismus wurde, in dem aber doch schon die relief⸗
artige Komposition, die statuenartige Auffassung der einzelnen
Gestalten, der mathematische Aufbau für den klassizistischen
Eindruck des Ganzen entscheidend sind.
Weitere Meister des Übergangs sind Angelica Kauffmann,
Wächter und Schick. Von ihnen hat Angelica Kauffmann
oielleicht schon als Frau noch besonders viel vom Rokoko, so
namentlich in der sanften Harmonie der Farbe, während die
Strenge des Aufbaus in ihren, freilich jetzt meist vergessenen
Szenen aus der Antike schon stark klassizistisch gemahnt, wenn
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noch jedermann ihren Winckelmann und ihren Goethe, lieben
wohl auch noch die meisten ihre Sibyllen: und in der Tat
zeigen diese vor allem die zarte Anmut und Liebenswürdigkeit
ihres Pinsels, den sogenannten schönen Ton und eine Sauber—
keit der Technik, die jede Erinnerung an die Werkstatt hinweg—
bannt. Schick und Wächter, die zu Römern gewordenen
Schwaben — denn die neue Kunst suchte schon früh gern
Rom auf — waren Schüler Davids, des antikischen Malers
der französischen Revolution, und so waren sie, trotz lebhafter
koloristischer Neigungen, doch in der Form schon ganz klassi—
zistisch: sie komponierten plastisch, im Relief gleichsam und
ohne daß die Linien sich überschnitten, sie zeichneten schon
stark und fast mehr, als daß sie malten, und sie begannen zu—
gunsten der großen einfachen Einheit das Detail zu vernach⸗
lässigen, den Ton der Haut, das Muskelspiel, das Stoffliche
der Gewandung. So galten sie zu ihrer Zeit als die eigent—
lich modernen Maler; Bilder wie der „Hiob“ Wächters oder