3. Titel: Miete. Pacht. 385 565, 566. 887
befteht das gefeblihe Verbot der bloßen Mündlichkeit. Die8 ift alZ Örundlage anzu-
nehmen, obgleich das SGefeb hier für den umoiderDanD main nicht die vollen Konfe:
quenzen eines verbot3Swidrigen Handelns zieht, vielmehr auf der anderen Seite dodi
En verbotswibrigen Mündlihkeit mit gewiller Bejdhränkung Rechtskraft verleiht. ‚Val.
Bem. HM. -
Ri Gemäß S 580 gilt die VBorfchrift auch für die Miete von WohHn= und anderen
äumen.
Ueber den Fall der VBormiete vol. Bruck im Arch. 1. ürgerl. N. Bd. 20 S. 35 ff.
1. Ein Abfchluß für längere Beital8 ein Jahr liegt nicht nur dann vor,
wenn auZdrüclih auf eine felte Zeit von mehr als einem Sahre fontrabhiert if,
lonbern auch dann, wenn ZWaT auf unbeitimmte Zeit gemietet, aber die Kündigung$S-
rift ausnahmSweije derart lang bemellen ijt, Daß DOS Mietverhältnis niht min=
deftens alljährlich aufgelöft werden kant. (Val. auch Urt. d. OLG. Dresden vonı
30. Juni 1903 bei Warneyer Bd. 3, fowie Mittelftein, Miete S. 96 ff.
Much wird 8 566 für die Regel antwendbar fein, wenn die Dauer der Miete von
einen: zufünftigen ung emifjfen Sreignis aDbängia gemacht ift, Si B. auf Lebens-
dauer oder bis zu einer Berjegung 2. (Val. hiezu I ittelftein in Bl. f. RAU. Bd. 73
S. 317 f. und Miete S. 96 ff.
Die Formvoricdhrift des 8 566 muß ferner au dann in Geltung treten, wenn der
Mietvertrag zwar nur auf ein wahr zunächft gelten, fich aber heim Unterbleiben der
Kündigung um ein oder mehrere Sabre verlängern Joll, da ein derartiger Bertrag an
fich von vornherein auf ein zweite8 Sahr abgefhloffen erfcheinen muß; vgl. Suttmann,
Recht 1902 S. 345, 346, Uık Dd. HLS, Frankfurt vom 13. Februar 1902 dafelbit S. 395,
Towie au DLS. Darmitadt, Seuff. Arch. Bd. 64 S. 345.
2, Ueber den Begriff der Schriftlich keit f. 8 126 mit Bem. Selbitverftändlich
werden mindeftens die wejentliden Erford erni{fe eines Mietvertrag (val. $ 535)
in die Ichriftlidhe Form gebracht werden müflen, damit überhaupt von einem gültigen
Mietvertrage die Mede fein kann Cogl. hiezu auch NGE. Gruchot, Beitr. Bd. 50 S. 950,
ipr. d. DLO. [Srankfurt] Bd. 15 S. 1, Bd. 13 [Rammergericht] S. 372, ROS. Bd. 59
S, 945 ff. (der Mustaufch einfeitiger Beitätigungsthreiben genügt nicht), vol. au Seuff.
Mrch. Bd. 64 S. 222); bei zwei er des VertragS müfjen beide unterfchrieben
fein (Cammerger, ipr. d. HLO. Bd. 17 S. 10); 1. auch Seuff. Arch. Bd. 64 Ir. 123
(bedarf ein vom Vermieter fchon unterjhriebener Mietvertrag jeiner nochmaligen Unter-
jehrift, menn Der Mieter Yenderungen vorgenommen Hat?); über nachträgliche Kand-
vbermerfe vol Bl. } RN. u Bez. d. Kammerger. 1907 S. 7).
Neber Nebenabreden 1. Bem. IV.
HinfichtlihH eine8 im Ausland errichteten Mietvertrags über ein inländifches
Grunditück }, Art. 11 ESG. mit Dem. und Arnold S. 27. ,
Bei einem (mejentlichen) Widerfpruche zwildhen der mündlidhen Beiprechung und
der nachfolgenden Ichriftlihen Fixierung it Lein IOhriftlidher Bertrag zuffande ge:
fonumen (im Sinne de8 8 566 Sag 1), vol. Mipr. d. DLSG. Frankfurt) Bd. 8 S._397.
Budem jet die Anwendbarkeit des S 566 immer bvoraus, daß im gegebenen Falle
= a Mietvertrag alltig gefhlolen worden it, Dal. ROES. in Kur. Wichr. 1908
Ueber das Verhältnis des S 566 zu S 125 vol. Sur. Wichr. 1907 S. 166.
3. © muß natürlig den Parteien unbenommen bleiben, Schriftlidgkfeit als Be-
dingung der Vertragsgültigkeit nicht lediglich des Beweiles wegen) auch in jenen Fällen
a vereinbaren, in welchen lie nach dem Gejebe nicht erfordert wird, 3. DB. bei der
iete beweglicher Sachen. 3 gelten dann im Zweifel die mündlich getroffenen BVerein-
barungen injolange nicht, al? nicht die Urkunde errichtet worden ift, |. 8 154 Abi. 2.
4. ES Nbma Qt der Rarteien bei einer unter & 566 Fallen-
den Miete dahin, daß {tatt der vom ejebe verlangten Sch riftlich keit die Münd-
Eh gelten Tolle. müßte al® ein birefter Beritoß aenen da8 Geleß gemäß S 134
nichtig fein.
5.5 566 nilt auch für Toldhe Mieten, die an fi als HandelsgefihHäfte
ES z. B. Ladenmieten 2C.; vol. D. &. HSOB. S. 202 (Art. 317 bes alten HGB. it
geitrichen).
6. Durch, einen formlofjen Borvertrag Tann die VBorihrift nicht MEN
werben, denn ein Vorvertrag bedarf nach allgemeiner Regel derfelben Bo wie der
Hauptvertrag, wenn für biefen eine Form durch das Gefep ae Aus einem
formlofen nm! ent{pringt daher auch hier feinerlei ee D nung, Val. hiezu
diejen Komm. Bd. I Borbem. 8 vor S 145, M. 1, 182, Seuff. Arch. Bd. 58 Nr. 93, Recht
1902 ©, 356, Towie auch Mipr. d. DLSG. (Sambura) Bd. 2 S. 482 und Bd. 7 (RieD S. 19