290 VIT. Abjchnitt: Einzelne Schuldverhältniffe,
eventuell aud von vornherein einftveilige Verfügung nach $ 940 ZPO. zuläffig). Selbit»
hilfe durch Crzwingung des Einkritt3 i{t dem Vermieter in biefer Hinkicht alfo nicht
geltattet, auch nicht im Falle de8 S 561 (J. dafelbit Bem.). ,
3, Dier Ichlägt auch die Frage ein, ob der Vermieter berechtigt it, nachträglich
YausSsordnungen in felbitändiger Weife zur erlaffen, Orundfäglich i{t diefe Hrage im
Windli auf die dem Vermieter verbleibende Machtbefugnis über die Sache zu bhejahen,
zr Darf jedoch auch hier nicht in bereit begründete gefebliche oder vertragsmäßige Mechte
des Mieters eingreifen. Er darf alffo 3. B. 1icht nachträglich vorfchreiben, es Jolle in
den Vefen nur Holz, niht Torf gefchürt werden. (Arnold a. a. OD. S. 25 ff, Staudinger,
Vorträge S, 472.)
4, Dem Vermieter obliegt ferner in der Richtung nad außen, den Mieter
an einer folden Benüßung des Örunditücks zu hindern (event. durch lage $ 550 oder
Kündigung $ 553), die einen Eingriff in das Eigentumsrecdht am Nachbargrundjtüc
anthält; duldet er die VerleBung des Nachbarrecht3 (3. B. durch Lärm) durch den Mieter,
‚9 erfcheint er felbit_ mit al8 Störer. Vol. Bem, 1, 3, b A & 1004, Ripr. d. DES.
Kammerger.)_Bd. 2 S, 315, Bd. 5 (Marienwerder) S. 72, RKOES. Bd. 47 S. 162, Ur.
Bfhr. 1901 S. 51. Val. ferner die Ausführungen in RGE. Bd. 68 S. 161...
„3. Bu beachten bleibt auch, daß dem Vermieter gegen den Mieter Fein
Belißfchuß zufteht (wichtig z.B. wenn der Mieter nach Übolauf der Mietzeit freimillig
nicht räumt), vgl. Bem. 2 zu S 869 und ROE. in StS. Bd, 36 S. 329 ff. ,
„VI. SinfichtliH der Baht Landwirtfchaftlider Srundftüce f. im
befonderen $ 582.
VIT. Huch Dritten gegenüber haftet der Hausbeltber dafür (abgefehen von der oben
unter Dem. II, 4 näher erörterten Beleudtungspflicht), daß diefe beim VBerfehre mit
den Mietern keinen Schaden ‚erleiden durch eine Derfehramwidringe Beichaffenheit
des Haufes, wie 3. B. bei morichen Treppen 20., |. ROE. in SiS. Bd. 14 S. 363
und Kuhlenbek Bem. 2 zu S 536, Towie auch Bem, II, 4 oben und Bem. V zu 8 535.
Hiebei fan aber auch zweifelhaft werden, ob der Vermieter (Berpächter) oder
der Mieter (Pächter) für Scohußmaßregeln aufßufommen hat, |. ROSE. in Sur.
Wichr. 1909 S. 106 und S. 493, fowie Bem. V, 4 zu S 535.
VD Nebder FeuerverfichberungsSteGnik und Mietrecht vgl. Wörner in LB3.
35.1 S. 641, insbel. auch über die Fragen, ob und inwieweit Rifikovrämien vom anderen
Nertraasteife zu tragen find.
S 537.*)
Sit die vermiethete Sache zur Zeit der YNeberlafiung an den Miether mit
zinem ehler behaftet, der ihre Tauglichkeit zu dem vertragsmäßigen Gebrauch
aufhebt oder mindert, oder entfteht im Laufe der Miethe ein folder Fehler, {0
jt der Miecther für die Zeit, während deren die Tauglichkeit aufgehoben ijt, von
der Entrichtung des Miethzinje® befreit, für die Beit, während deren die Taug-
-ichfeit gemindert ft, nur zur Entrihtung eines nach den SS 472. 473 zu be-
neffenden Theile8 des Miethzinjes verpflichtet,
Das Gleiche gilt, wenn eine zugeficherte Eigen |haft fehlt oder fpäter weg:
Fällt. Bei der Vermiethung eines Grundjtücks {teht die B3uficherung einer beitimmten
Sröße der Zuficherung einer Eigenfchaft gleich.
&. I, 505; If, 482; II, 580.
Die 85 537 F. biz 546 und S 552 handeln (al8 SegenHück zu 8 536 auf Seite des
SBermieter8) von den befonderen Mechten Des Mieters, jall3 der Vermieter den Miet-
vertrag nicht oder nicht richtig (auch nicht rechtzeitig) erfüllt, alfo inSbefondere bei
Mängeln (vhylifchen oder rechtlihen) der Mietjache.
IL Im allgemeinen ift ab anllehen daß der Mietvertrag felbjtverftändlich
unächft unter den allgeneinen Normen binfichtlich der NidHterfüllung
eines Vertrags und zwar eines Genen eitigen DBertragS KHebt. Dies _ {ft ins»
befondere von Wichtigkeit, foweit die Frage der Möglichkeit und Unmöglichteit
— ,*) Spezialliteratur: Tumpow38ky, Der Mängelanfpruch nad dem BGG,
Seibzia 1902; Selb, Beiveislaft bei Mängeln der Mietiache, Tach. YAıh. Bd. 14 S. 4592 ff.