6° —
billig, daß er für die Witwen und Waisen sorge. Diese
Proteste erklärte man stirnrunzelnd für das krankhafte
Wüten ohnmächtigen Neides. Der tote Girard wurde
mit Applaus überschüttet; sogar seine Kleider hob man als
shrwürdige Andenken auf.
Der große W ohltäter
Alle Stiftungen anderer reicher Leute versanken im Ver-
gleich zu Girards Stiftungen in das Nichts. Seine Kon-
kurrenten und seine Kumpane hatten Wohltätigkeit geübt,
aber keiner in solchem Maßstabe wie er. Ausgezeichnete
Redner wetteiferten miteinander, ihn zu preisen, und die
Presse beweihräucherte den größten Wohltäter des Jahr-
hunderts. Sie taten es in gutem Glauben, denn sie waren
in den Anschauungen der Handelsklasse aufgewachsen und
ließen sich durch den Geist der Zeit und durch das Gerede
der Nationalökonomen verleiten, immer nur auf den
mächtigen, erfolgreichen Einen zu blicken und an der
Lage der Volksmassen vorbeizusehen.
Einige Tatsachen über das Leben der übrigen Bevölkerung
findet man bei Matthew Carey, einem orthodoxen National-
ökonomen, der in einer Flugschrift von 1829 folgendes
Bild zeichnet, das zugleich einen starken Kontrast und
eine notwendige Folge zu den großen Goldanhäufungen
der Multimillionäre bietet. deren Prototyp Girard war:
Ein schneidender Kontrast zu den großen Reichtümern
„Tausende von unseren Arbeitern reisen Hunderte von
Meilen auf der Suche nach einer Beschäftigung beim
Kanalbau für 62!/, bis 871, Cent Tagelohn, und bezahlen
1,50 bis 2,00 Dollar wöchentlich für Kost und Wohnung
und lassen Familien zurück, die von ihnen abhängen. Sie
arbeiten häufig in sumpfigem Gelände und atmen seuchen-
erregende Miasmen ein, die ihre Gesundheit oft für immer
zerstören. Sie kehren mit ruinierter Konstitution und mit
elendem Lohn zurück, den sie sich fleißig verdient haben,
und müssen sich krank und arbeitsunfähig ins Bett legen.