Erstes Kapitel
DER URSPRUNG DES GROSSEN GRUNDBESITZES
IN DEN STÄDTEN
Die feudalen Grundherren schwinden dahin
Mr als zwei Jahrhunderte lang hatten die Grundherren
eine hervorragende öffentliche Rolle gespielt. Durch
lie Umwälzungen der Revolution mancher Rechte beraubt,
hatten sie noch immer einen großen Teil ihres Bodens und
Besitzes behalten. Doch wechselnde Gesetze und wechselnde
5konomische Verhältnisse stürzten sie auf der Leiter immer
mehr hinunter, bis man sogar die Namen vieler aus
dem Gesicht verliert. Während sie im Strudel versanken,
tauchten plötzlich andere Klassen von reichen Leuten auf,
Dazu gehörten vor allem die städtischen Grundbesitzer,
zuerst armselige Handelsleute und Bodenspekulanten, die
sich schließlich zu Multimillionären erheben. Ursprüng-
lich hatte, wie wir sahen, der Grundherr selber die Ge-
setze gemacht und Recht gesprochen; aber in den zwei Jahr-
hunderten hatten große Veränderungen stattgefunden.
Jetzt mußte er geradezu um seine Existenz kämpfen.
So sahen sich beispielsweise 1839 die Grundherren im
Staate New York einer verhängnisvollen Bewegung gegen-
über: auf den Gütern von Rensselaer, Livington und
anderen Feudalbesitzungen revoltierten die Untergebenen.
Sie wollten ein System, das den Grundherren dieselben
Rechte über sie gab, wie ein englischer Lord über seine
Pächter ausübte, nicht länger dulden. In den Pachtverträgen,
die die Grundherren ihre Untergebenen zu unterschreiben
zwangen, standen drückende Anachronismen. Wollte der