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hervorzurufen. Aber auch ein solcher Aufschwung war oft
nur vorübergehend. Mit jeder frischen Besiedlung im
Westen, mit dem Bau jeder Eisenbahn, die als Pionier aus-
geschickt wurde, entstanden neue vielseitige Beziehungen,
die im allgemeinen den Wert des Bodens im Osten herab-
drückten. Ein Landbesitz, der in der einen Generation
noch einen stattlichen Wert repräsentiert hatte, mußte
in der nächsten Generation oft schon verpfändet werden.
x“
Die neue Aristokratie
Die in städtischem Grundbesitz angelegten Vermögen
aber wuchsen mit mathematischer Sicherheit und Stetigkeit.
Der städtische Boden war nicht den enormen Schwan-
kungen ausgesetzt, die den Wert des ländlichen Bodens
so sehr beeinträchtigten. Alle Strömungen der Zeit be-
günstigten den Aufstieg einer auf städtischen Boden-
besitz gegründeten Aristokratie. Im Vergleich mit ihren
jetzigen kolossalen Proportionen waren die Städte damals
bloße Dörfer. Sie hatten einen Kern von vielleicht ein bis
zwei Meilen Häusern, die von Feldern und Obstgärten,
Wiesen und Brachland umgeben waren. Diese waren für
eine unbedeutende Summe zu kaufen. Bei dem fortschrei-
tenden Wachstum des Handels und der Bevölkerung, bei
der sich ständig mehrenden Einwanderung mußte der Wert
des Bodens jedes Jahr zunehmen. Es konnte gar nicht
anders sein.
Seit 1825 diskutierte man die Frage, ob die reichsten
Grundbesitzer in New York, in Philadelphia, in Boston
oder in Baltimore aufkommen würden. Eine Zeitlang
marschierte Philadelphia in bezug auf Ausdehnung des
Handels stark an der Spitze. Aber die Eröffnung des Erie-
kanals entschied diese Frage sogleich. Mit einem Sprung
erreichte New York den Rang der bedeutendsten Handels-
stadt in den Vereinigten Staaten und schlug seine Kon-
kurrenten vollständig aus dem Felde. Die Bodenpreise
begannen verblüffend zu steigen. Die Sümpfe, die felsigen
Brachfelder und das Land unter Wasser wurden in wenigen
Jahren zu ergiebigen Geldquellen. Land, das zehn oder