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haber; aber es war ein Kompaniegeschäft, wobei der
Verdienst ausschließlich in die Tasche des Grundbesitzers
floß. Der Hauptfaktor; von dem er abhing, war die Arbeit
der Gesamtheit, die seinen Boden um immer größere Werte
vermehrte. Anders gesagt: er war der stille Teilhaber;
er brauchte bloß zuzuschauen; er brauchte bloß das Land
in der Hand zu behalten. Seine Söhne, seine Enkel, seine
Nachkommen bis ins letzte Glied brauchten auch nicht
mehr zu tun; sie konnten sich müßig ihres Erbes freuen,
es erweitern, die nötige Geschicklichkeit zur Verwaltung
mieten, und größere und immer größere Reichtümer muß-
ten ihnen in den Schoß fallen. Die Gesellschaft arbeitete ja
fieberhaft für die Grundbesitzer. Jede Straße, die angelegt
und kanalisiert wurde, jedes Kind, das geboren wurde,
jeder Einwanderer, der zuströmte, jede Fabrik, jedes
Waren- oder Wohnhaus, das gebaut wurde — alle diese
und noch mehr Faktoren trugen zum anormalen An-
schwellen seines Reichtums bei.
Eine ergiebige Hecke des Reichtums
Unter solchem System war Bodenbesitz das einzige
aussichtsvolle, leichte und dauernde Mittel, ein Vermögen
zusammenzuscharren, das alles in den Schatten stellte.
Durch den ausschließlichen Besitz des Bodens war man mit
den elementarsten Volksbedürfnissen unlösbar verbunden.
Handel und Geld kann ein Volk zur Not entbehren, Land
aber muß es haben, und wäre es auch nur, um sich hinzu-
legen und zu sterben.
Der ausgepowerte Arbeitslose, der dem Elend gegenüber-
stand, muß seine kostbaren paar Geldstücke gezwungener-
maßen an den Hausbesitzer weggeben und kann zusehen, wo
or Nahrung und das Übrige herbekommt. Besonders wird
Boden stark begehrt bei einem komplizierten Industrie-
;ystem, welches bewirkt, daß viel Volk nach den Industrie-
und Handelszentren gravitiertundsich dort zusammendrängt.
Ein furchtbareres System zur Gründung und Erweiterung
lauernder Vermögen hat niemals existiert. Es pflanzte
sich automatisch weiter fort. Das zeigt sich am besten