Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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ein Mann mit 50 000 schon für reich galt; wo ein gutes 
Wohnhaus schon für 350 Dollar jährlich zu mieten war 
und die jährlichen Ausgaben einer durchschnittlich gut 
lebenden Familie schon mit 750 bis 800 Dollar bestritten 
werden konnten. 
Seine großen Verdienste im Pelzhandel führten ihn natür- 
lich dazu, sein eigener Reeder zu werden, denn er war ein 
ausgezeichneter Organisator und sah die Überflüssigkeit 
der Zwischenhändler sehr wohl ein. Ein Biberfell, das er 
für einen Dollar von einem Indianer oder einem weißen 
Trapper im Westen des Staates New York kaufte, ließ sich 
in London für 6'/, Dollar verkaufen. Mit allen anderen 
Pelzarten ließ sich ebensoviel verdienen. Außerdem aber 
sah Astor noch die Möglichkeit, seine Profite wesentlich 
zu erhöhen, indem er das Geld, das er in England mit dem 
Verkauf seiner Pelze verdiente, in englischen Waren anlegte 
und sie nach den Vereinigten Staaten importierte. Auf 
diese Weise konnte der Profit aus einem einzigen Biber- 
fell zehn Dollar erreichen. Um diese Zeit hingen die Ver- 
einigten Staaten in vielen Artikeln von den britischen 
Fabrikanten ab, besonders in gewissen Arten von Woll- 
und Messerschmiedwaren. Diese wurden an das ameri- 
kanische, Volk mit ungeheurem Nutzen verkauft. Diesen 
Handel betrieb Astor auf eigenen Schiffen. ; 
Seine Geschäftsmethoden 
Es ist von größter Wichtigkeit, Astors Methoden beim 
Pelzhandel kennen zu lernen, denn hauptsächlich bei diesen 
Geschäften raffte er die enormen Summen zusammen, die 
es ihm dann möglich machten, Großgrundbesitzer zu 
werden. Was für Methoden er in seinen Anfängen prakti- 
zierte, ist in Dunkel gehüllt; es gibt keine Dokumente, aus 
denen sicheres hervorgeht. Anders verhält es sich mit 
den Methoden des größten und erfolgreichsten von seinen 
Pelzgewinnungsunternehmen, der Amerikanischen Pelzge- 
sellschaft, obgleich darüber nichts in seinen Biographiensteht. 
&:; Die Erlegung und Vertilgung von Pelztieren war im 
Osten so unermüdlich betrieben worden, daß das Land bald
	        
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