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Die Profitmacherei und ihre I. olsen
Die Indianer wurden jedoch nicht bloß in der ausgespro-
chenen Absicht, sie zu beschwindeln, betrunken gemacht,
sondern bei dieser Roheit wurden noch dazu enorme
Profite beim Verkauf des Whiskys gemacht. Das war nur
eine Manifestation der Ethik der Handelsklasse, die ja die
Regierung bildete, die Herrschaft ausübte, Gesetze machte
und interpretierte und die führende, überlegene und
exklusive Gruppe der feinen Gesellschaft ausmachte. Hug-
hes fährt fort: „Ich habe erfahren, es bestehe nur wenig
Zweifel darüber, daß dieses Jahr ein Reingewinn von mehr
als 50000 Dollar durch den Verkauf von Whisky an die
Indianer am Missouri erzielt worden ist; die Preise sind
zwischen 25 und 50 Dollar die Gallone (4'/2 1). Major
Morgan, der Lagerhalter der Vereinigten Staaten im Kan-
tonnement Leavenworth, erklärt, in diesem Jahre hätten
Tausende von Alkohol-Gallonen diesen Posten passiert,
für das Indianerland bestimmt.“
Diese offiziellen Berichte werden ergänzt durch einen
anderen über dasselbe Thema von William M. Gordon
an General William Clark, der damals Oberaufseher der
Indianerangelegenheiten war. Zweifellos hat Astor sich
durch diese Mittel in den Besitz großer Partien Landes
in Wisconsin und anderwärts im Westen gesetzt. Wenn
man die Indianer benebelt und ihnen ihre Pelze abgenom-
men hatte, bezahlte man sie dann in bar? Nicht die Spur.
Ware bekamen sie von Astor und seiner Amerikanischen
Pelzgesellschaft. Große Warenmengen, besonders Woll-
waren, die von unterbezahlten Erwachsenen und Kindern
in England und in Amerika fabriziert worden waren und
den Schweiß und die Leiden der Arbeiter darstellten,
wurden von ihm regelmäßig nach dem Westen verschifft.
Für diese Waren wurde den Indianern wieder anderthalb
mal mehr und darüber berechnet, als was jeder Artikel
nach Bezahlung aller Transportkosten wert war. Für eine
wollene Bettdecke, die ihn 4 Dollar kostete, mußten sie
10 Dollar bezahlen; für eine Biberfalle zum Einkaufspreis
von 2!/, Dollar berechnete er 8 Dollar; für eine Büchse