Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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berauben, und das alles, um wieder beraubt und vielleicht 
zetötet zu werden ? Zehn oder elf Monate im Jahre streiften 
Astors Untergebene emsig durch Wälder und Felder und 
ciskierten Krankheit, alle Gefahren der Wildnis und plötz- 
lichen Tod. Sie raubten nicht zu ihrem Vorteil, sondern 
weil sie dafür bezahlt wurden; und man erwartete von ihnen, 
daß sie die ständige Todesgefahr als in ihren Kontrakt 
mitinbegriffen ansahen. 
Was bekamen sie dafür? Nicht mehr als 130 Dollar für 
zehn oder elf Monate. Sie wurden aber nicht etwa in bar 
ausgezahlt. Die armen Teufel, die für Astor ihre Arbeit 
und oft Gesundheit und Leben hingaben, wurden selbst 
ausgeplündert, oder ihre Erben, wenn sie welche hatten. 
Die Bezahlung wurde fast immer in Waren geleistet, die zu 
sxorbitanten Preisen berechnet wurden. Alles, was sie 
brauchten, mußten sie aus Astors Lager entnehmen; hatten 
3ie ein Jahr‘ lang ihren Lebensunterhalt entnommen, so 
hatten sie nicht bloß nichts mehr zu bekommen, sondern 
waren gegen Astor noch in Schulden. Astors Profite aus 
dem Pelzhandel im Westen aber waren für die damalige 
Zeit einfach verblüffend. Aber es war charakteristisch. für 
seine Geschäftsmethode, daß er bei der Regierung um 
Zölle auf ausländische Pelze petitionierte mit der Begrün- 
dung, die Gesellschaft habe auf den amerikanischen Märkten 
mit der Konkurrenz der britischen Pelzgesellschaften 
zu kämpfen. Zu einer Zeit, als er in den Vereinigten 
Staaten de facto das Monopol im Pelzhandel hatte! 
AÄstors enormer Verdienst 
Ungefähr zu derselben Zeit, als John Jacob Astor sich 
immerfort beklagte, die Gesellschaft verdiene nichts, schrieb 
sein Sohn und Kompagnon, William B. Astor, am 25. No- 
vember 1831 an den Kriegsminister, die Gesellschaft be- 
Sitze ein Kapital von über ı Million Dollar; „unsere jähr- 
lichen Einnahmen aber können Sie mit einer halben Million 
Dollar beziffern.‘“ Nicht weniger als 1/, Million jährliche 
Einnahme bei einem Kapital von ı Million! Das waren 
damals unbegreifliche Einkünfte. "Thomas J. Dongherty,
	        
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