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größerem Maßstab geplant ist. Handelsgeschäftlich freilich
haben wir uns in nicht unbeträchtlichem Umfang, nicht zu
unserm Schaden, in den Vereinigten Staaten betätigt,
industriell aber jedenfalls nicht in ausreichendem Maß. Und
doch war gerade in den Vereinigten Staaten der Boden
vorhanden, auf dem und unter dem man hätte bauen und
ausbauen können — selbstverständlich mit Umsicht und
Besonnenheit. Die Engländer, saturiert wie sie sind, haben
doch noch so viel Bewegungstüchtigkeit aus der großen
alten Zeit, in der sie die Weltmärkte beherrschten, daß sie
sich, nach Vorstudien durch zuverlässige Ingenieure und
Sachverständige, in den Vereinigten Staaten vielfach industriell
beteiligt und u. a. in London Gesellschaften zur Exploitierung
amerikanischer Bergwerksdistrikte begründet haben.
Ob das in der Ratifikation begriffene Zustandekommen
der Schiffahrtskombination, deren übergroße Kapitalisierung
neben anderen Erwägungen die Gedeihlichkeit in Zweifel
stellt, eine Überraschung für die deutschen Interessenten
war, und ob diese von den Einzelheiten des Planes erst
vernahmen, als Morgan ihn so weit gesichert und durch
geführt hatte, daß eine Durchkreuzung nicht mehr möglich
schien — das entzieht sich der Beurteilung der Außen
stehenden. Daß die deutschen Gesellschaften ohne Schädi
gung der Interessen der Aktionäre, wir selbst ohne Beein
trächtigung unserer nationalen Würde davonkommen werden,
dafür schulden die Aktionäre und wir den Männern, die
das bewirkt haben, rückhaltlose Anerkennung.
Ob und welche Überraschungen daraus drohen, daß
sich der Exporteifer der Vereinigten Staaten gegenwärtig
mit besonderem Nachdruck auf den ostasiatischen Markt
richtet, ist schwer vorauszusagen. Der amerikanisch
chinesische Handelsverkehr war bisher absolut und relativ
nicht bedeutend und hat unter den jüngsten chinesischen