Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

der Chambers- und der Reade-Straße. Der jährliche Zins 
betrug einen Schilling für den Quadratfuß, war aber erst 
nach Ablauf von 42 Jahren zu zahlen. Bald nach dieser 
Bewilligung übertrug die Dreieinigkeitskirche das Land 
an William Rhinelander, zusammen mit dem gesamten 
Grund und Boden zwischen der Jay- und der Harrison- 
Straße, von der Greenwich-Straße bis an den Nordfluß. 
Durch eine Vereinbarung zwischen der Dreieinigkeit und 
der Stadt ging dieses ganze Land mit gewissen anderen 
Grundstücken der Dreieinigkeitskirche in den Besitz von 
William Rhinelander über, und mit Zustimmung des Ge- 
meinderats vom 20. Mai 1797, bestätigt unterm 16. Novem- 
ber 1807, erhielt er auch alle möglichen Rechte an den Fluß- 
niederungen, die sein Besitztum begrenzten, zu einem absurd 
niedrigen Pachtzins. Diese Wassergrundstücke wurden dann 
aufgefüllt und wurden ungeheuer wertvoll. 
Ebenso energisch wie Rhinelander war Astor dabei, von 
den städtischen Beamten Landbewilligungen zu bekommen. 
1806 erhielt er zwei große Grundstücke auf der Ostseite; 
1808 ein ausgedehntes Stück am Hudson, das an die alte 
Burr-Besitzung angrenzte, die in seinen Besitz gelangt war 
— und zwar auf Grund eines günstigen Berichtes vom 
Finanzkomitee, dem der zur Genüge bekannte John 
Bingham angehörte; 1810 erhielt er drei weitere Bewilli- 
gungen in der Nachbarschaft der Hubert-, Laight-, Charl- 
ton-, Hammersly- und Clarkson-Straße und 1828 drei 
an der zehnten Avenue, der 12., 13., 14. und 15. Straße. 
Das waren einige der Bewilligungen, die er bekam. Aber 
sie umfassen nicht das Land im Herzen der Stadt, 
das er beständig von Privateigentümern aufkaufte oder 
durch die unlautere Nachsicht der städtischen Beamten 
erwarb. 
Was taten aber die Beschenkten, nachdem sie die Wasser- 
grundstücke und anderen Boden durch Betrug erlangt hat- 
ten, dann? Sie machten den Boden nutzbar, aber nicht auf 
eigene Kosten, sondern in großem Maße auf Kosten der 
Gemeinde. Das Tiefland wurde aufgefüllt, Abzugskanäle ge- 
graben, Straßen geöffnet, reguliert und kanalisiert — von den 
Kosten aber bezahlten die Grundbesitzer nur das kleinste
	        
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