Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

Bruchteil nicht nachkam! Weder persönliche Freund- 
schaft, religiöse Erwägungen oder die leisesten Gefühle 
von Sympathie halfen ihm. 
Wo aber das Gesetz nicht genügte, wurden neue Gesetze 
zeschaffen, die die Macht der Grundbesitzer vergrößerten, 
ihnen Land in die Hände spielten oder seinen Wert ver- 
besserten, oder ihnen außerordentliche Sonderrechte in 
Form von Bankprivilegien verliehen. Und deshalb muß 
hier auch von Astors Tätigkeit im Bankwesen gesprochen 
werden, denn neben seinen größeren Handelsgewinnen ist 
er in zweiter Linie durch sie imstande gewesen, seine Geld- 
türme aufzubauen. Die Verhältnisse, die zum Aufkommen 
gewisser mächtiger Bankinstitute geführt haben, bei denen 
er und andere Großgrundbesitzer Hauptaktionäre waren, 
die Methoden und die Macht dieser Banken und ihre Wir- 
gungen auf die große Masse des Volkes müssen als Faktoren 
bei der Analyse seiner Operationen in Rechnung gezogen 
werden. Doch nicht Einer von Astors Biographen hat seine 
Verbindungen mit dem Bankwesen erwähnt. Sie zu be- 
schreiben ist aber von großer Wichtigkeit, insofern sie 
einerseits mit seinem Handel und anderseits mit seinen 
Bodenerwerbungen aufs engste verknüpft waren. 
Viertes Kapitel 
DIE SEITENZWEIGE DES ASTOR-VERMÖGENS 
Asor blühte gerade zu jener Zeit, als die Händler und 
die Grundbesitzer, mit Einnahmen überschüttet, die 
Hände ausstreckten zur Schaffung und Beherrschung des 
hochbedeutsamen Geschäfts, berufsmäßig mit Geld zu 
handeln und persönlich und direkt festzusetzen, über wie- 
viel Geld das Volk verfügen dürfe. 
Das bedeutete den nächsten Schritt in der Vergrößerung 
individueller Vermögen. Die Wenigen, die von Gnaden 
der Regierung das Bankwesen, das Hantieren mit dem 
Umlaufsgeld und die Einschränkung oder Vermehrung
	        
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