Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Opfer gefallen. Die Folge war, daß der Umlauf von Metall- 
geld aufhörte, daß das kommerzielle Vertrauen verloren 
ging, fiktive Kapitalien auftauchten und Zivilprozesse und 
Verbrechen sich mehrten.“ 
So ging das System Jahr für Jahr weiter, brachte große 
Teile des Volkes an den Bettelstab und bereicherte die 
Inhaber der Banken, denen es tatsächlich über den Arbeiter, 
den Farmer und den sich abmühenden, um seine Existenz 
kämpfenden Kleinhändler die Macht auf Tod und Leben 
gab. Die Gesetze wurden nur leicht geändert. „Die großen 
Profite der Banken,“ berichtete eine Senats-Kommission in 
New York über Bank- und Versicherungswesen im Jahre 
1834, „stammen aus ihren Papiergeld-Emissionen. Dieses 
Privileg setzt sie tatsächlich in die Lage, Geld zu prägen, 
das Metallgeld als Einlagen an sich zu ziehen und mehr, 
als ihr tatsächliches Kapital beträgt, auszuleihen. Eine 
Bank mit 100 000 Dollar Kapital darf 250 000 Dollar aus- 
leihen, und so für 21/, mal soviel Geld, als sie tatsächlich 
besitzt, Zinsen nehmen.“ Nach diesem Senatsbericht ver- 
teilten sogar die Banken außerhalb der Stadt New York 
1833 eine Dividende von ı1 Prozent und hatten einen Re- 
servefonds von 16 Prozent ihres Kapitals. Die Banken in 
New York zahlten höhere Dividenden. 
Die Panik von 1837 
So fabrizierten die Banken 33 Jahre lang Geld. 1804 hatte 
das Parlament von New York zwar die sogenannte Ein- 
schränkungsakte angenommen, aber diese verbot nur neuen 
Gesellschaften, Banknoten in Umlauf zu setzen, und gab da- 
mit den alten ein unumschränktes Monopol. Die Manhattan- 
Gesellschaft hatte zwar ihren Freibrief eigens dafür be- 
kommen, daß sie die Stadt New York mit reinem Wasser ver- 
sorge, Diese Funktion zu erfüllen fiel ihr aber gar nicht 
sein; und als die Stadt versuchte, den Freibrief der Bank 
rückgängig zu machen, weil sie ihren Verpflichtungen nicht 
Nachkäme, entschieden die Gerichte zugunsten der Bank. 
Und das Parlament zwang die Behörden der Stadt, öffent- 
liche Gelder bei der Manhattan-Gesellschaft anzulegen.
	        
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