Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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war heuchlerisch, sie haben all die großen Diebereien, die 
Tweed und Connolly ins Werk setzten, wohlbedachtsam 
angestiftet, unterstützt und davon profitiert. Um nur 
ein Beispiel anzuführen: die bedeutendsten Finanz- und 
Geschäftsleute des Tages waren in der ‚„„Viaduktbahn“ als 
Direktoren mit Tweed assoziiert. Dieser Verkehrsgesell- 
schaft war das Recht auf Anlegung ihrer Schienenwege 
„in und über jede Straße New Yorks“ gewährt. Ein 
Paragraph des Gesetzentwurfes für diese nie dagewesene 
Konzession zwang die Stadt, für 5 Millionen Aktien zu 
übernehmen, ein anderer befreite den Besitz der Gesell- 
schaft von Steuern und Abgaben. Ein Nachtragsentwurf 
bewilligte zugunsten der Bahn die Erweiterung und 
Planierung von Straßen, was einen „Coup“ bedeutete, der 
50 bis 60 Millionen Kosten ersparte. Die Bill wurde von 
der Gesetzgebung angenommen und von Tweeds Stroh- 
mann, Gouverneur Hoffmann, unterzeichnet; und nur die 
Bloßstellung der ’T'weed-Herrschaft, die ein paar Monate 
später eintrat, verhinderte die volle Ausführung dieser fast 
beispiellosen Übervorteilung. 
Wenn man bedenkt, daß die reichsten, einflußreichsten 
und respektabelsten Männer direkte Verbündete der T’weed- 
Clique waren, so ist es nicht weiter verwunderlich, daß 
Männer wie John Jacob Astor junior, Moses Taylor, Edward 
Schell und Genossen gern bereit waren, für Revisor Con- 
nollys Ehrlichkeit ein Zeugnis zu unterschreiben. Der 
„Tweed-Ring‘“ glaubte, ein von diesen Männern unter- 
zeichnetes Zeugnis würde auf das Publikum großen Ein- 
druck machen. Aber da diese Männer größeres Ansehen 
genossen, war ihr Verbrechen noch schlimmer als das von 
T’weed, weil das schlechte Vorbild, das sie gaben, um so ver- 
hängnisvoller wirkte. Die Astors hintergingen die Stadt 
um enorme Summen an Grund und Boden und nicht- 
gezahlten Steuern; Moses "Taylor tat dasselbe, wie durch 
eine Untersuchungskommission des Senats 1890 klar be- 
wiesen wurde; Roberts war während des Bürgerkrieges 
in große Schwindeleien verwickelt gewesen; und was Ed- 
ward Schell betrifft, so zwang er die Stadt durch die Mit- 
wirkung von korrupten Beamten, ihm exorbitante Summen 
für Grund und Boden zu zahlen, den die Stadt für öffent-
	        
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