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Besitzer amerikanischer Millionen, von den Männern ihrer
Familien, die nach „blaublütigen‘“ Konnexionen strebten,
sicherlich angestiftet und unterstützt, sich nach der höheren
sozialen Stellung, wie ein Titel sie verleiht. Die Sachen
paßten also vortrefflich. Mit ihrer Heirat mit dem Herzog
von Roxburghe im Jahre 1903 folgte May Goelet, die
Tochter von Ogden, nur dem Beispiel, das ihr schon eine
große Anzahl von anderen amerikanischen Frauen aus
Multimillionär-Familien gegeben hatte. Ein Vergnügen,
das man sich, so groß die Kosten auch sein mögen, ruhig
leisten kann, denn das ausgegebene Geld wird in den Geld-
schränken der Millionäre durch die gemeinsame Arbeit
des amerikanischen Volkes in Form von Miete, Zinsen und
Handelsprofit sofort wieder ersetzt. In den letzten zehn
Jahren ist der Wert der Goeletschen Bodenbesitzungen
enorm gestiegen, und jetzt wäre man schon rückständig,
wenn man ihr Gesamtvermögen auf 200 Millionen Dollar
beziffern wollte.
Wie die Überschüsse angelegt wurden
Ein paar Leute, unter denen Grundbesitzer die Haupt-
rolle spielten, nahmen nun auch noch den Bau von Eisen-
bahnen in die Hände, dessen Kosten sie in weitem Maße aus
öffentlichen Geldern bestritten. Um nur Ein Beispiel aus
vielen zu geben:
Die Illinois-Zentral-Eisenbahn, die durch eine Gegend
voll Industrie und reichen Farmen geht und eine der ein-
träglichsten Bahnen in den Vereinigten Staaten ist, ist im
Verhältnis von 12 : I aus öffentlichen Geldern, die in Form
von Steuern in diesem Staate erhoben wurden, und durch
verschwenderische Bewilligungen von öffentlichem Grund
und Boden erbaut worden. Die 48 330 Dollar Kosten pro
Meile, die nach der Bilanz der Gesellschaft von 1873 be-
nötigt wurden, brachten sie auf: 1. durch den Verkauf
des Grund und Bodens, den sie vom Staate erhalten hatten,
mit 35 211 Dollar pro Meile; 2. durch „Wässern“ der
Aktien, d. h. durch bloß nominelle Erhöhung ohne neue
Einzahlung, mit 8189 Dollar pro Meile; und 3. durch Bar-