— 166
weniger gehörten das Land und die Werte, die die Arbeit
anderer ihm gab, auf ewig ihm; er besaß es und konnte
darüber verfügen, wie es ihm Spaß machte.
Das war und das ist das System. Im Gesetz tief ver-
nietet, wurde es als eine vernünftige, segensreiche und ewige
Grundlage zivilisierten Lebens betrachtet —d. h. von seinen
Nutznießern.
Und da diese kraft ihrer Besitzungen auch zu den tat-
sächlichen Regenten des Landes gehörten, so wurden ihre
Auffassungen und Interessen in Gesetz, in Denken und
Brauch als Wahrspruch der Kultur verkörpert. Bei dieser
Sachlage fand man nichts Anormales darin, daß ein Ein-
zelner Grund und Boden monopolisierte und die Einkünfte
daraus ausschließlich in seine Tasche steckte. Im Gegen-
teil: man betrachtete ihn noch als eine Leuchte höheren
Strebens und kaufmännischer Schläue. So sah man auch in
Marshall Field einen höchst scharfsinnigen Geschäftsmann.
Fields Bodenbesitz
Field kaufte viel Land, wenn es verhältnismäßig billig
war, und hielt es mit Zähigkeit fest. In seinen letzten
Lebensjahren waren seine Einkünfte aus seinen Liegen-
schaften ohne Unterbrechung enorm.
„Grund und Boden nach dem Innern Chicagos zu,“ so
schreibt einer der typischen Biographen Fields, „ist Fuß
für Fuß ungefähr ebenso wertvoll wie in den besten Wohn-
gegenden New Yorks. 8000—15 000 Dollar für den Quadrat-
fuß an der Straßenseite sind für Grund und Boden im
Norden der Kongreßstraße, im Geschäftsviertel Chicagos,
keine ungewöhnlichen Ziffern.
„Marshall Field besitzt in diesem Viertel nicht weniger
als 20 prima Plätze und Gebäude, wobei diejenigen, die
er für sein Kaufhaus benutzt, nicht mitgerechnet sind.
In der Nähe der Chicagoer Universitätsgebäude besitzt
er Block auf Block von wertvollem Lande. Weiter südlich
aber, im Calumetviertel, hat er Hunderte von Morgen
von einem Grund und Boden, der für Fabrikzwecke un-
schätzbar ist. “