Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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weniger gehörten das Land und die Werte, die die Arbeit 
anderer ihm gab, auf ewig ihm; er besaß es und konnte 
darüber verfügen, wie es ihm Spaß machte. 
Das war und das ist das System. Im Gesetz tief ver- 
nietet, wurde es als eine vernünftige, segensreiche und ewige 
Grundlage zivilisierten Lebens betrachtet —d. h. von seinen 
Nutznießern. 
Und da diese kraft ihrer Besitzungen auch zu den tat- 
sächlichen Regenten des Landes gehörten, so wurden ihre 
Auffassungen und Interessen in Gesetz, in Denken und 
Brauch als Wahrspruch der Kultur verkörpert. Bei dieser 
Sachlage fand man nichts Anormales darin, daß ein Ein- 
zelner Grund und Boden monopolisierte und die Einkünfte 
daraus ausschließlich in seine Tasche steckte. Im Gegen- 
teil: man betrachtete ihn noch als eine Leuchte höheren 
Strebens und kaufmännischer Schläue. So sah man auch in 
Marshall Field einen höchst scharfsinnigen Geschäftsmann. 
Fields Bodenbesitz 
Field kaufte viel Land, wenn es verhältnismäßig billig 
war, und hielt es mit Zähigkeit fest. In seinen letzten 
Lebensjahren waren seine Einkünfte aus seinen Liegen- 
schaften ohne Unterbrechung enorm. 
„Grund und Boden nach dem Innern Chicagos zu,“ so 
schreibt einer der typischen Biographen Fields, „ist Fuß 
für Fuß ungefähr ebenso wertvoll wie in den besten Wohn- 
gegenden New Yorks. 8000—15 000 Dollar für den Quadrat- 
fuß an der Straßenseite sind für Grund und Boden im 
Norden der Kongreßstraße, im Geschäftsviertel Chicagos, 
keine ungewöhnlichen Ziffern. 
„Marshall Field besitzt in diesem Viertel nicht weniger 
als 20 prima Plätze und Gebäude, wobei diejenigen, die 
er für sein Kaufhaus benutzt, nicht mitgerechnet sind. 
In der Nähe der Chicagoer Universitätsgebäude besitzt 
er Block auf Block von wertvollem Lande. Weiter südlich 
aber, im Calumetviertel, hat er Hunderte von Morgen 
von einem Grund und Boden, der für Fabrikzwecke un- 
schätzbar ist. “
	        
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