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täglich, Field aber verdiente schätzungsweise über 500 Dol-
lar bis 700 Dollar in der Stunde.
In erster Linie aus seinem Warenhausgeschäft en gros
und en detail. Es war und ist dies eine Branche, in der die
freie Konkurrenz noch lange bestand, als die anderen Ge-
schäftszweige schon zum 'Trustwesen übergegangen waren.
Um mit seinen Konkurrenten Schritt halten und hohe
Profite erzielen zu können, mußte man unbedingt nicht
bloß zu denselben Tricken und Manipulationen greifen wie
die Konkurrenz, sondern sie womöglich noch übertreffen
und verbessern. Field bewies allezeit, daß dies möglich
war. Sobald eine Konkurrenzfirma die Löhne ein wenig
herabsetzte, folgte Field sofort nach, um die Waren so
billig wie nur möglich auf den Markt werfen zu können.
Die Hungerlöhne der Angestellten
In seinen Läden beschäftigte er nicht weniger als zehn-
tausend Männer, Frauen und Kinder. Er zwang sie, für
Löhne zu arbeiten, die in sehr vielen Fällen für die bloße
Existenz nicht hinreichten. 95% bekamen 12 Dollar die
Woche oder weniger. Den Frauen, die den ganzen langen
Tag über die Nähmaschine gebeugt waren, um die in den
Läden Fields verkauften Kleider herzustellen, bezahlte er
den elenden Lohn von 6,75 Dollar die Woche. Strumpf-
wirken bezahlte er mit 4:75—35,75 Dollar wöchentlich. Die
Arbeitszeit schwankte zwischen 59 und 59% Stunden
in der Woche. Die Möbelarbeiter bekamen: Maschinen-
arbeiter 11,02 Dollar und Tapezierer 12,47 Dollar wöchent-
lich. Alle Lohnarbeiter wurden stundenweise bezahlt;
wurden sie krank, oder kam eine flaue Zeit, so wurde ihr
Lohn entsprechend verkürzt.
Das Elend, worin viele von diesen Arbeitern lebten und
noch leben (denn dieselben Verhältnisse bestehen noch),
war unbeschreiblich. Selbst in einer kleinen Stadt, wo die
Mieten nicht so hoch waren, würden diese traurigen
Löhne zu einer halbwegs anständigen Lebensführung
nicht hingereicht haben. In Chicago aber mit seinen
wahnsinnigen Mieten, seinen ständig steigenden Lebens-