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mittelpreisen und all den anderen Ausgaben, die die
Großstadt für Verkehrsmittel usw. mit sich bringt, waren
sie völlig ungenügend.
Kehrten sie nach des Tages Arbeit in ihre elenden Löcher
zurück, so stärkten sie ihre ermüdeten Glieder durch eine
genau und spärlich bemessene Nahrung, die aus dem Aller-
billigsten bestand, was es gab — gewöhnlich aus altem Brot.
Butter galt als unerschwinglicher Luxus. Der Morgenimbiß
bestand aus einem Stück Brot, das mit „Kaffee“ hinunter-
gespült wurde, d.h. mit einem Surrogat, das nur gerade
einen schwachen Geruch von wirklichem Kaffee hatte. Zu
Mittag gab es Brot mit einer Zwiebel oder einem Stück
Hering oder billigem Käse, dazu allenfalls als Dessert eine
bemalte Süßigkeit. Zum Abendbrot genossen sie billiges
Schweine- oder Suppenfleisch, das im Sommer gelegentlich
mit welkem Gemüse garniert war, dazu einen Aufguß,
der sich Tee nannte. Wenige dieser Arbeiter hatten mehr
als eine Garnitur Kleider. Sie konnten sich keine Ver-
gnügungen leisten und waren zu müde, um zu lesen oder
sich zu unterhalten. In der Nacht schliefen oft acht bis
zehn in einem einzigen Raum; auf diese Weise verbilligte
sich jeder die Miete.
Field ist oft beschuldigt worden, seine Hungerlöhne
hätten große Scharen von Frauen und Mädchen der Prosti-
tution in die Arme getrieben. Aber während andere
Phasen des kapitalistischen Schwindels durch offizielle
Untersuchungen aufgedeckt worden sind, haben wir hier
keinerlei Berichte über die ökonomischen oder psycho-
logischen Faktoren dieser Verhurung oder über die Zustände
in den Warenhäusern. Auch die Zeitungen versagen hier.
Woher kommt diese Parteilichkeit? Warum steht keine
Zeile in den Zeitungen von den Greueln, die sich in den
Warenhäusern abspielen, von der Behandlung der Frauen
und Mädchen, von den zahlreichen Verboten, die und die
verfälschten Waren noch weiter zu verkaufen, über die der
und der geschädigte Kapitalist Klage geführt hat oder die
die Gesundheitskommission als schädlich beschlagnahmt hat ?
Einfach, weil dieselben Warenhäuser die größten An-
noncen bezahlen. Die Zeitungen, die nach dem Titelkopf für