Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

172 
bezahlen können, als sie bekamen, und hätte noch tüchtige 
Profite eingestrichen. Aber damit hätte er ja eine schwach- 
sinnige Verletzung jenes heiligen Geschäftsgrundsatzes 
begangen, der da lautet: Bezahle deine Angestellten so 
niedrig, wie du kannst, und verkaufe deine Waren so hoch, 
wie du kannst. 
Field war einer der größten Schnittwarenfabrikanten 
der Welt. Er besaß, so berichtet ein Schriftsteller, ganze 
Scharen von enormen Fabriken in England, Irland und 
Schottland. ‚Die Provinzen Frankreichs sind mit seinen 
Betrieben übersät. Das Geklapper seiner Webstühle ist in 
Spanien, in Italien, in Deutschland, in Österreich und in 
Rußland zu hören. Auch der Orient wird‘ von diesem 
Fabrikherrn nicht vernachlässigt. Schwitzende Chinesen 
und geschickte Japaner stehen zu Tausenden auf der Zahl- 
rolle dieses Chicagoer Kaufmanns und Fabrikanten. Auf der 
anderen Seite des Äquators hat er große Wollfabriken in 
Australien, und die Kette erstreckt sich bis nach Süd- 
amerika, mit seinen Fabriken in Brasilien und in anderen 
von unseren Nachbarrepubliken.“ 
In all diesen Fabriken wurde die Arbeit der Männer, 
Frauen und Kinder bis zum Äußersten ausgebeutet; 
in fast allen waren die Arbeiter nicht organisiert und ent- 
behrten daher jeder Spur von Selbstschutz. Knaben und 
Mädchen im zartesten Alter wurden erbarmungslos zu 
Dollaren zermahlen; das Blut ihres jungen Lebens düngte 
den Boden, aus dem Field seine Reichtümer zog. Aber 
damit tat er nur, was die ganze Handelsklasse in der ganzen 
Welt auch tat. 
Wie einträglich das Geschäft von Marshall Field & Co. 
war (und ist), kann man daraus ersehen, daß seine Aktien 
(es wurde in eine eingetragene Aktiengesellschaft um- 
gewandelt) auf 1000 standen. Marshall Field besaß bei 
seinem Tode 3400 dieser Aktien, die seine Testaments- 
vollzieher mit 3 400 000 Dollar bewerteten. Welche anderen 
Faktoren außer der Ausbeutung der Arbeiter und der 
Verfälschung der Waren es Field ermöglicht haben, selbst 
entfernte Konkurrenten auszustechen, ist nicht immer 
yanz klar. Jedenfalls wies D. R. Anthony, ein Konegreß-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.