Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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„Ein Muster von kaufmännischer Redlichkeit“ 
Ja, zu seinen Lebzeiten und noch nach seinem Hin- 
scheiden ist immer wieder nachdrücklich betont worden, 
er sei (um die übliche Zeitungsphrase zu gebrauchen) 
„ein Geschäftsmann vom besten Typ“ gewesen. Aus dieser 
Charakterisierung folgt, was für bescheidene Ansprüche man 
an die Anständigkeit der Geschäftsleute im allgemeinen 
stellte, denn seine Ausbeutungsmethoden waren ja kein 
Geheimnis. 
Dazu, daß man den Arbeiter versklavte, daß man ihn 
um seine Arbeit bestahl, daß man blutige Gesetze gegen 
ihn anwandte, daß man Männer, Frauen und Kinder zu 
Lasttieren erniedrigte und gegen die Einschränkung der 
Kinderarbeit (1907 arbeiteten nach den Debatten im Senat 
mehr als eine halbe Million Kinder in Fabriken, Minen 
und Ladengeschäften) auf heftigste protestierte — dazu 
sagten diejenigen, die die öffentliche Meinung ausdrückten, 
die Politiker und die Geistlichen, nichts. Im Gegenteil, 
die regierende Unternehmerklasse und ihre Zuhälter ver- 
suchten noch, die erfolgreichen Schwindler als unentbehr- 
liche Männer hinzustellen, ohne welche die Industrie des 
Landes nicht bestehen könne, und den Arbeitern, die sie 
immer und immer wieder um die Früchte ihrer Mühe be- 
trügen, einzureden, sie müßten diese Magnaten ehren und 
ihnen dafür dankbar sein. daß sie ihnen Arbeit verschaffen. 
Field stiehlt Millionen an Steuern 
Aber die Anbeter des Erfolges, deren nicht wenige sind, 
kamen schön in Verlegenheit, als sein Testament eröffnet 
wurde und sich ergab, daß er sogar nach den bestehenden 
Gesetzen, die dem Besitz so günstig waren, ein gewöhnlicher 
Meineidiger und Betrüger gewesen war. Dieser Mann „von 
strikter Ehrlichkeit“ unterschied sich in nichts von dem 
Rest seiner Klasse. 
Jahrelang hatte er darauf bestanden, nur für 2!/, Millio- 
nen persönliches Vermögen zu versteuern: der fromme alte 
Ladenbesitzer hatte gedroht, wenn die Steuerbehörden
	        
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