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Arbeit brachten, ganz beiseite, und betrachtet man nur die
Steuerhinterziehungen, so erkennt man, daß unsere
Magnaten sich durch gestohlene Gelder mit Nachruhm
versorgt haben.
„Die sein Vertrauen genießen,‘ so schrieb einer der
glühendsten Lobhudler Fields, „versichern, daß er die
Hauptmasse seines Vermögens öffentlichen Zwecken wid-
men wird.“ Aber diese Prophezeiung ging nicht in Er-
füllung.
140 Millionen für zwei Knaben
Fields Vermögen, gewöhnlich auf 100 Millionen Dollar
berechnet, in Wahrheit aber etwa 140 Millionen Dollar
groß, ging in der Hauptsache an seine beiden Enkel, Mar-
shall Field III und Henry Field. Der alte Field schweißte,
wie viele andere Multimillionäre seiner Zeit, sein Vermögen
zu einer festen Masse zusammen, so daß es nicht mehr ein
persönliches Attribut war, sondern ein abstraktes Wesen.
Er setzte nämlich testamentarisch fest, daß 72 Millionen
Dollar für Marshall III und 48 Millionen Dollar für Henry
von einem Kurator verwaltet und erst 1954 mit den Zinsen
ausgezahlt werden sollten.
Diese Summe bestand nicht aus Bargeld, obgleich er
allzeit eine hübsche Summe Goldes verstaut hatte (bei
seinem Tode besaß er etwa 4'/, Millionen in den Banken),
sondern hauptsächlich in Grundbesitz, in Obligationen und
Aktien. Diese hatten eine weit größere anhäufende Kraft
als Bargeld. Sie waren und sind unerbittliche Pfandbriefe
auf die Arbeit von Millionen von Arbeitern, Männern,
Frauen und Kindern, von jeglicher Beschäftigung. Durch
einen Streifen Papier, Testament genannt, der die Laune
eines Menschen verkörperte, bekamen diese Knaben, die
vollkommen außerstande waren, die Größe dieses Vermögens
auch nur zu kapieren, geschweige denn es im mindesten
zu verwalten, gesetzliche, bindende Macht über eine Volks-
masse für Generationen. Patterson sagt, daß in den Läden
Fields und in den Pullman-Fabriken 50000 Menschen
für diese Knaben arbeiten. Aber das sind nur die direkten