Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

5. Kap. Die Reichen und die Armen. 
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îrd niemand mehr Ackerland begehren, als er zu bestellen vermag, oder mehr 
'eh zu haben trachten, als er hüten und'pflegen kann u. s. w.; denn was 
trüber hinaus geht, wäre für ihn nutzlos. 
Was sodann die dem persönlichen Genusse und Gebrauche dienenden 
. Uter anlangt, so würde es da, wo die soeben geschilderten Berhältniffe be 
enden, eine analoge Grenze geben. Eine ausgesuchte Küche, ein reicher 
orrath von Kleidungsstücken, ein großes, wohleingerichtetes Haus und was 
°ņst zu den Annehmlichkeiten eines luxuriösen Lebens gehört, kostet große 
^ % und viele Zeit, und man kann sich das alles ohne Hilfe von Gewerbs- 
n Dienstleuten gar nicht oder nur mit großer Anstrengung verschaffen. Es 
sich daher ein großer Wechsel in den socialen Verhältniffen vollziehen, 
^n eine solche Existenz, wie sie eine reiche^Familie oder auch nur eine aus 
A Mittelstände mit einem Jahreseinkommen von 8000—10 000 Mark 
^ ŗt' möglich werden soll. Der Umschwung, welcher eine derartige Lebens- 
zŗ ermöglicht hat, ist aber nicht auf die Einführung der Arbeitstheilung 
â^?â^uführen. Dieselbe bringt zwar größere Einträglichkeit der Production, 
"îâ)ts an den Wohlhabenheitsunterschieden zwischen den Einzelnen, 
ode Familie, die sich ausschließlich mit der Verfertigung von Leder- 
bo er Şsenwaren befaffen würde, könnte nur einen beschränkten Vorrath 
krej Material und Werkzeugen brauchen und nur einen bestimmten Kunden- 
^ersorgen. 
vielmehr ist das Entstehen einer dienenden Klaffe die Ursache gewesen, 
J . t>as Reichwerden gewisser Leute ermöglichte. Wenn jemand dienende 
Un? 0 * 1 * 1 ! beschäftigt, d. h. solche Leute, die sich weniger verdienen, als ihre 
. er Leitung und Aufsicht des Herrn verrichtete Arbeit dem letztem einbringt, 
natürlich seitens des Unternehmers bei weitem mehr Kapital nutzbar 
Äpwerden. Verfügt er doch in diesem Falle über eine weit größere 
^îahl Don Personen, die sich mit der Verarbeitung desselben beschäftigen. 
QlJ( , demselben dadurch, daß er über fremde Arbeitskräfte verfügt, 
leiste ^' e Möglichkeit geboten, die Angehörigen seiner Familie mit Arbeits- 
^eŗschonen und es denselben zu gestatten, daß sie in Muße unb 
CH ļeben oder sich wenigstens mit der Oberaufsicht über die in seinem 
q U( j t0 S Arbeitenden begnügen. Zum vollständigen Lebensgenüsse gehören aber 
Coliche Dienstleistungen. Man umgibt sich demnach mit Dienstleuten 
Q(ļo bedienten, Kammerjungfern, Köchinnen, Kutschern, Gärtnern u. s. w., 
schàst^î Leuten, die man im Gegensatze zu den bei der Güterproduction Be- 
^ e,t nicht productive Dienstboten nennen kann. 
seļtzşE 'e Anzahl von Arbeitern, welche der Unternehmer benöthigt, wenn er 
lijt , c * n bequemes Leben führen und seinem Unternehmen einen den Ver 
ben entsprechenden Umfang geben will, ist je nach der Einträglichkeit
	        
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