Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Viele der riesigen Terrains wurden unter der Bedingung
fortgegeben, daß das Privileg verfiele, wenn die Eisenbahnen
 nicht gebaut würden. Aber den Kapitalisten machte
es keine Schwierigkeit, den durch und durch korrupten Kongreß
 zur Verlängerung der Erbauungsfrist zu bewegen, wenn
der Bau nicht ausgeführt war. Von den ı 55 Millionen Morgen,
 darunter wertvolle Erz-, Kohlen-, Wald- und Ackerterrains,
 wurden nur 607 741 Morgen durch Parlamentserlaß
 wieder eingezogen, und auch hiervon wurden die
meisten durch gerichtliche Entscheidungen den Eisenbahnen
 wieder zugesprochen?).

Steuerhinterziehungen

Diese riesigen Gebiete wurden nicht nur auf betrügerische
 Art erworben, sondern nach ihrer Übernahme wurde
der Betrug fortgesetzt, um eine Besteuerung zu vermeiden.
Übrigens bezogen sich die Schenkungen nicht nur auf Land
für die Zwecke der geplanten Eisenbahnen. In einigen
Fällen, besonders dem der Union-Pacific-Eisenbahn, wurde
der Eisenbahn durch Erlasse aus dem Jahre 1862 und 1864
gestattet, alles Material, wie Steine, Holz usw., das für den
Bau nötig war, von dem öffentlichen Land zu nehmen.
Außer dem Geld und dem Terrain wurde also noch das
wesentliche Baumaterial aus dem Volksvermögen gewährt.
Kaum hatten die Eisenbahngesellschaften die Konzession
bekommen, als sie ein Gesetz nach dem andern durchsetzten,
das bald diese Beschränkung, bald jenen Vorbehalt aufhob,
bis sie unbeschränkte Herren von Hunderten von Millionen
Morgen waren, die kurz zuvor noch Nationaleigentum
gewesen.

„Diese riesigen Gebiete,“ schrieb 1886 William A. Phillipps,
 ein Mitglied der Kommission für die öffentlichen

;2) Das hauptsächlichste dieser Urteile war das des Obersten Gerichts der Vereinigten
 Staaten im Prozeß Schluenberg kontra Harriman (Wallace’s Supreme
Court Reports, Bd. 21, 5. 44), In vielen der Schenkungsverträge war der Vorbehalt
 gemacht, daß, falls die Eisenbahnlinien nicht zu bestimmt festgesetzten Terminen
 fertiggestellt seien, die unverkauften Ländereien dem Staate wieder zufallen
 sollten. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs machte diesen Vorbehalt
wertlos und legalisierte so indirekt die krassesten Unterschleife.
            
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