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waren noch lange nicht alles. Im ganzen Lande machten
Staaten, Städte und Grafschaften Schenkungen in Form
von Vorrechten, finanziellen Beihilfen und Land.
Die Landverleihungen, besonders im Westen, waren so
ungeheuer, daß Parsons folgende Vergleiche zieht: Die
in Minnesota belegenen würden zwei Staaten von der
Größe von Massachusetts ergeben; in Kansas entsprächen
sie zwei Staaten von der Größe Connecticuts und New
Jerseys; in Jowa sei der Umfang der Eisenbahnländereien
größer als Connecticut und Rhode Island zusammen; in
Michigan und Wisconsin fast ebensogroß; in Montana sei
schon der Besitz einer einzigen Eisenbahn so groß wie
ganz Maryland, New Jersey und Massachusetts. Im Staate
Washington entsprächen die betreffenden Ländereien eben-
falls der Größe dieser drei Staaten. Drei Staaten von der
Größe New Hampshires könnten aus den Eisenbahn-
ländereien in California gebildet werden?).
Die verschiedenen Parzellen in diesen Staaten konnten
gutes oder wertloses Land sein; der Wert hing von der Lage
ab. Sie konnten das reichste und schönste Weide-, Erz-
oder Waldland sein oder unfruchtbare Steppe und felsige
Berggipfel.
Eine Zeitlang schienen die Eisenbahngesellschaften mit
ihren Besitzungen und Parzellen zufrieden zu sein. Aber
im Laufe der Zeit, als die Regierung immer mehr von ihnen
beeinflußt wurde, tauchte natürlich der Gedanke auf:
„Warum nicht das schlechte Land gegen gutes eintauschen ?
Da es ihnen so leicht geworden war, in den Besitz so aus-
gedehnter und wertvoller Areale des früheren Staatslandes
zu gelangen, so sahen sie keine Schwierigkeit darin, ein neues
Raubmanöver durchzuführen. Nötig war nur, beim Kon-
greß ein Gesetz durchzudrücken, nach welchem sie schlech-
tes Land gegen gutes eintauschen durften... -
Dies durfte indessen nicht zu offenkundig geschehen. Das
Volk mußte in dem Glauben erhalten werden, es handle
sich um eine Wahrung der öffentlichen Interessen. Die
Gelegenheit kam, als das Waldreservatgesetz dem Kongreß
vorgelegt wurde, ein Gesetz, das nationale Waldreservate
SS
*) The Railways, the Trusts and the People, S, 137,