Fortgabe der Kohlenterrains
Die kapitalistischen Interessen durften nicht nur mit
Hilfe dieser verschiedenen Gesetze dem Volk seinen Be-
sitz rauben, sondern es wurde vom Kongreß noch ein
anderes Gesetz angenommen, das „Kohlenterraingesetz“,
das den Zweck hatte, den Eisenbahngesellschaften die Über-
nahme großer Kohlengebiete zu ermöglichen. „Es ist,“
schrieb Präsident Roosevelt in einem Bericht an den Kon-
greß, in welchem er die Aufhebung der Stein- und Holz-
gesetze, des Wüstengesetzes, des Kohlenterraingesetzes und
ähnlicher Gesetzesbestimmungen beantragte, „wahrschein-
lich die Hälfte des gesamten Areals hochwertiger Kohlen
im Westen in private Verwaltung gelangt. Dieser Privat-
besitz beläuft sich auf nicht weniger als 30 Millionen Mor-
gen“. Sein Antrag blieb erfolglos in einem Kongreß, dessen
Mitglieder zum Teil ihre Millionen mit Hilfe eben dieser
Gesetze erlangt hatten, und der, als Körperschaft, völlig
unter der Kontrolle der herrschenden Klassen, der Kapi-
talisten, stand. Die Oligarchie des Reichtums war unbe-
stritten; es war eine Torheit, zu erwarten, sie würde
nachgeben, wo sie siegen, und Zugeständnisse machen, wo
sie plündern konnte‘).
Tacoma mit seinem ewigen Schnee und felsigen Schluchten mit übernommen hatte,
die in das Waldreservat einbegriffen waren, konnte jetzt die wertlosen Ländereien
gegen die schönsten Talstriche und Weideländer eintauschen, welche die Regierung
besaß. Auf diese Weise erwarb die Northern-Pacific Erz-, Wald- und Ackerterrains
im Umfang von mehr als zwei Millionen Morgen.“
!) Sie gab auch nicht nach. Roosevelts Beschwerden behinderten in keiner Weise
den ständigen Entäußerungsprozeß, Bei der schwebenden Okkupierung weiter
Kohlendistrikte in Alaska (1909) können wir das altüberlieferte Verfahren mit
eigenen Augen verfolgen. Im Jahre 1909 verursachte eine Auseinandersetzung
zwischen dem Minister des Innern, Ballinger, und dem Vertreter des Forstwesens
der Vereinigten Staaten, Gifford Pinchot, einen großen Skandal, Es wurde be-
kannt, daß mehrere mächtige kapitalistische Syndikate betrügerische Ansprüche auf
Kohlendistrikte in Alaska geltend gemacht hatten, die schätzungsweise einen Wert
von 75 Millionen bis 1000 Millionen Dollar hatten. Jetzt sind, wie bekanntgegeben
ist, ihre Forderungen durch die Regierung geprüft, Es wurde darauf hingewiesen,
daß der Minister des Innern, Ballinger, nach seiner Amteniederlegung der Vertreter
des mächtigsten dieser Syndikate wurde.
{In einer kürzlich stattgehabten Sitzung des Irrigation-Congresses in Spokane,
Washington, behauptete Pardee, der Gouverneur von California, daß Wald, Erz und
Boden schon lange die Beute von Korporationen gewesen waren, deren politischer
Einfluß auf Staatsbeamte notorisch ist.