Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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in gezwungenem Müßiggang und Entbehrung, und es 
wurde kein Finger gerührt, ihnen den Zugang zu dem Staats- 
land zu erschließen, ihnen Geld zur Verfügung zu stellen 
oder gemeinnützige Arbeiten einzuleiten. Eine so geartete 
Politik wurde als „„Paternalismus‘“ bezeichnet, ein Schlag- 
wort der Zeiten, die die Meinung vertraten, daß die Für- 
sorge der Regierung nicht den Unglücklichen, Schwachen 
and Hilflosen gelten sollte. 
Hier lag die Anomalie der sogenannten demokratischen 
Regierung in Amerika. Es wurde als gesetzmäßig und nötig 
angesehen, das Kapital zu ermutigen, für ungesetzmäßig 
aber, die Interessen der Nichtbesitzenden zu berücksich- 
tigen. Kapitalisten gab es nur wenige, der Nichtbesitzen- 
den, die eine überwältigende Stimmenmehrheit ausmach- 
ten, waren viele. Die Regierung war nicht mehr und nicht 
weniger als ein Ratgeber für die entstehende kapitalistische 
Klasse bei der Ausarbeitung ihrer unvermeidlichen Ab- 
sichten; die Mehrheit des Volkes aber, das die Macht der 
Regierung erbarmungslos spüren mußte, wurde beständig 
in dem Glauben gehalten, daß die Regierung ihre Interessen 
vertrete. Ob Föderalisten oder Antiföderalisten, Whigs, 
Republikaner oder die demokratische Partei am Ruder war, 
immer schritt die kapitalistische Klasse siegreich und un- 
besiegbar vorwärts, was durch ihre heutige fast unbe- 
pgrenzte Macht und ihren Besitzstand bewiesen wird. 
Zweites Kapitel 
EIN NOTWENDIGER KONTRAST 
Wan die ganze Macht der Regierung sich für die Ver- 
größerung und Erhaltung einer Geldaristokratie ein- 
setzte, wie verhielt sie sich dann im besonderen gegen die 
arbeitende Klasse? Über die wenigen Mächtigen — seien 
es Politiker, seien es Industrielle — hat die konventionelle 
Geschichtschreibung gröblich ausgeschmückte und ent- 
stellte Berichte überliefert. Diese Wenigen sind von der
	        
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